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Wirtschaft

OPEC wird Förderquote trotz fallender Ölpreise beibehalten

Autofahrer wird es freuen: Eine Drosselung der Ölquellen steht nicht auf der Tagesordnung der wichtigen Öl-Länder. Der Kurs kann sich aber schnell ändern.

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Nigeria behält seine Quote wie alle anderen OPEC-Länder bei - das Land stellt derzeit den OPEC-Präsidenten

Trotz deutlich gefallener Rohölpreise wird die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) die seit mehr als einem Jahr geltende Rekord-Förderquote beibehalten. Die OPEC werde die offizielle Förderquote der zehn Mitglieder (ohne den Irak) bei 28 Millionen Barrel (1 Barrel hat 159 Liter) täglich belassen. Das sagte der algerische Energieminister Chabib Khelil am Montag (11.9.2006) am Rande der OPEC-Konferenz in Wien.

Preis sinkt um zehn Dollar

OPEC-Konferenz in Wien

Konferenz-Raum der OPEC in Wien am Montag - kurz danach wurden die Türen vor der Öffentlichkeit verschlossen

Kurz vor dem Treffen hatte der nigerianische Ölminister und amtierende OPEC-Präsident Edmund Daukoru erneut betont, die Organisation verfolge die seit Wochen sinkenden Preise auf den Weltmärkten "mit großer Sorge".

Im internationalen Handel sank der Preis für US-Öl am Montag zwischenzeitlich unter die Marke von 66 Dollar je Barrel. Mit 65,78 Dollar (51,74 Euro) je Barrel war US-Öl der Referenzsorte WTI zeitweilig um knapp einen halben Dollar billiger als zum Handelsschluss am Freitag. Der US-Ölpreis fiel damit auf den niedrigsten Stand sei Anfang April. Der Rekordpreis war Mitte Juli mit 78,40 Dollar erreicht worden. Die Nordseesorte Brent kostete am Montag im frühen Handel 64,97 Dollar (51,11 Euro), 36 Cent weniger als am Freitag.

Am Markt wurden die Ursachen für den rückläufigen Preistrend vor allem auch in der Beruhigung der Lage im Libanon und der bisher milde verlaufenden Hurrikan-Saison an der US-Ostküste gesehen. Zudem hätten jüngste Nachrichten zum Atomstreit mit dem Iran den Preis weiter gedrückt, hieß es. Der außenpolitische Beauftragte der EU, Javier Solana, und der iranische Atomunterhändler Ali Laridschani hatten bei Sondierungsgesprächen am Wochenende in Wien nach eigenen Angaben "Fortschritte" erzielt. Nach Angaben europäischer Diplomaten hat Teheran dabei ein zweimonatiges Moratorium für seine international umstrittene Urananreicherung vorgeschlagen

Blick nach vorne

Einschließlich des Iraks fördert die OPEC zurzeit rund 29,7 Millionen Barrel täglich. OPEC-Analysten wollen jedoch nicht ausschließen, dass die Ölminister spätestens bei ihrem nächsten Treffen Mitte Dezember oder bereits früher eine Drosselung der Ölförderung beschließen. Der iranische Ölminister Kazem Vaziri Hamaneh deutete an, dass vor dem Winter möglicherweise eine Kürzung der Förderquoten anstehen könnte. Auch Daukoru erklärte, es sei Zeit über den sinkenden Ölpreis zu sprechen. "Wir werden auf keinen Fall mehr produzieren, das ist sicher", fügte er hinzu. Der venezolanische Ölminister Rafael Ramirez sagte, die OPEC müsse an einem gewissen Punkt über Produktionskürzungen nachdenken. Er wies daraufhin, dass das Angebot an Rohöl derzeit über dem normalen Level liege.

Für die Beibehaltung der aktuellen Förderquote sprach sich der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi aus. Saudi-Arabien kam als größter OPEC- Produzent im August auf eine Förderung von 9,2 Millionen Barrel pro Tag. (mas)

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