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Aktuell Nahost

OPCW beschließt Chemiewaffen-Plan - Albanien lehnt Vernichtung ab

Bis Februar 2014 sollen alle Chemiewaffen aus Syrien herausgebracht werden. Den Zeitplan hat die Anti-Chemiewaffen-Organisation jetzt festgelegt. Wo sie zerstört werden sollen, ist allerdings noch völlig unklar.

Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat einen konkreten Zeitplan für die Zerstörung der syrischen Chemiewaffen verabschiedet. Der 41 Mitglieder zählende Exekutivrat der Kontrollbehörde beschloss in Den Haag, dass bis zum 5. Februar 2014 alle Chemikalien aus Syrien abtransportiert werden sollen, mit denen sich chemische Kampfstoffe herstellen lassen. Die gefährlichsten Gifte wie Senfgas und Sarin sollen noch in diesem Jahr aus dem Bürgerkriegs-Land herausgebracht werden.

Protest in Tirana

Noch nicht beschlossen ist allerdings, wo die geschätzt rund 1000 Tonnen tödlicher Kampfstoffe zerstört werden sollen. Denn Albanien hatte nur wenige Stunden zuvor eine entsprechende Abfrage der USA abgelehnt. Das südosteuropäische Land galt als möglicher Ort, weil es selbst 2007 seine Chemiewaffenbestände aus früheren, kommunistischen Zeiten zerstört hatte.

Protest in Tirana gegen Chemiewaffen (Foto: Arben Muka)

Protest in Tirana gegen Chemiewaffen

Doch dann brach ein Proteststurm in Albanien los. Tausende demonstrierten auf dem großen Platz in der Hauptstadt Tirana, die Opposition, bekannte Künstler sowie die katholischen Bischöfe schlossen sich dem Protest an. Schließlich lenkte der seit zwei Monaten amtierende Ministerpräsident Edi Rama ein: "Albanien ist es unmöglich, sich an diesem Einsatz zu beteiligen", sagte er in einer Fernsehansprache.

Schwierige Suche

Nun ist es Sache des Generaldirektors der OPCW, Ahmet Ümzücü, Partnerländer für die Zerstörung der Chemiewaffenbestände aus Syrien zu finden. "Die nächste Phase wird die bisher größte Herausforderung", sagte Ümzücü. Bisher hat sich noch kein Land bereiterklärt, an der Mission mitzuwirken. Lediglich Norwegen hat signalisiert, am Abtransport der Chemikalien mitzuwirken.

det/kle (afp, dpa, rtr)

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