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Europa

Online-Studie: Wie denken junge Europäer?

Sind sie hoffnungslos, unabhängig, fromm, unentschlossen oder glücklich? Was erwarten junge Erwachsene heute vom Leben? Ein europaweite Online-Studie mit Fragen von Sex bis zur Politik hofft darauf Antworten zu geben.

Eine Mehrheit der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 34 kann sich vorstellen ein glückliches Leben ohne Kinder, Auto, Fernseher oder Gott zu führen - aber nicht ohne Internet.

Dies geht aus einem Zwischenbericht der Online-Befragung unter dem Titel "Generation What" hervor. Die Befragung läuft noch bis November.

Bislang haben rund 650.000 junge Erwachsene aus 31 europäischen Ländern teilgenommen. Das Ziel der Untersuchung ist es, jungen Europäern die Möglichkeit zu geben, ein Portrait ihrer Generation zu erstellen.

Wünsche, Hoffnungen und Sorgen

Soziologen haben zu diesem Zweck einen Katalog mit 149 Fragen entwickelt, der die Themen Familienprobleme, Sex, Politik und Religion abklopft. Die in Genf sitzende Europäische Rundfunk Union (EBU) und zwölf staatliche Rundfunksender aus EU- Ländern koordinieren die Befragung. Die Sender nehmen mit ihren jeweiligen Internetauftritten in ihren Landessprachen teil.

Jeder ab dem 16. Lebensjahr kann bei der Befragung mitmachen, doch die Soziologen legen ihr Augenmerk vornehmlich auf die Gruppe der 18 bis 34-Jährigen, so Thomas Grond von der EBU und Leiter der Studie "Junge Zielgruppe". Im Allgemeinen habe er den Eindruck, dass junge Erwachsene eher positiv gestimmt sind, was ihr Leben angeht, sagt Grond.

Aber einige der Ergebnisse seien dennoch schockierend gewesen, erzählt er. Die Frage, "ob die Gesellschaft einem die Möglichkeit gibt, seine Fähigkeiten zu zeigen" macht einen klaren Unterschied zwischen jungen Nord– und Südeuropäern deutlich, sagt Grond. Rund 537.000 Befragte aus 29 Ländern beantworteten die Frage. Dabei bejahten zum Beispiel 60 Prozent der Deutschen die Frage, während hingegen 81 Prozent der teilnehmenden Italiener mit Nein antworteten. Auch 80 Prozent der befragten jungen Griechen sind diesbezüglich pessimistisch.

Bisher ergab die Umfrage, dass Familienwerte, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg bedeutsam waren, wie der sonntägliche gemeinsame Kirchenbesuch oder der Familenausflüge mit dem neuen Auto europaweit an Bedeutung zu verlieren scheinen. Doch das Internet spielt für alle eine große Rolle. 52 Prozent der jungen Deutschen können sich nicht vorstellen ein Leben ohne Internet zu führen. Aber 88 Prozent können auch nicht auf Musik verzichten und 71 Prozent nicht auf Bücher.

In Deutschland können sich über 80 Prozent der Zielgruppe ein Leben ohne Religion vorstellen. 52 Prozent sagen, dass sie auch ohne Kinder glücklich sein können. In Italien waren es sogar 76 Prozent, die sich ein glückliches Leben ohne Nachwuchs vorstellen können.

In Frankreich (56 Prozent) lehnt ein Großteil der Befragten das Kopftuch bei muslimischen Frauen bei der Arbeit oder in der Öffentlichkeit ab. In Deutschland sind es hingehen nur 39 Prozent.

Schlussendlich forderte die Untersuchung "Generation What" die Teilnehmer dazu auf, ihre Generation in einem knackigen Wort zusammenzufassen. Unter den vielen Vorschlägen war auch der Buchstabe "Y" immer wieder dabei. Er macht bereits seit Längerem die Runde. Ausgesprochen wird er wie das englische Wort "Why", was auf das charakteristische Hinterfragen der Generation Y verweisen soll. Die meisten Wissenschaftler nutzen ihn, um die Geburtsjahre zwischen den frühen 1980ern bis etwa 2000 zusammenzufassen - und er steht ganz oben auf der Liste mit insgesamt 219 Einträgen. 164 Teilnehmer bezeichneten sie als verlorene Generation, 74 schlugen degenerierte Generation vor, Freiheit wurde 56 Mal genannt, während am unteren Ende der Liste Bezeichnungen standen wie "fehlgeleitet".

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