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Volontariat

One Young World | Pioniere der Online-Bewegung im Dialog

Führende Online-Aktivisten diskutierten beim One Young World Kongress in der Schweiz über soziale Medien als Vehikel von Protest. Naomi Conrad und Charlotte Hauswedell, Volontärinnen der Deutschen Welle, berichten.

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Oscar Morales und Wael Ghonim beim One Young World Kongress (von rechts)

Vom 1. bis 3. September fand in Zürich der internationale Jugendkongress One Young World statt. Vor über 1300 Teilnehmer diskutierten ausgewählte Sprecher und Prominente über soziales Engagement und stellten Forderungen an Regierungen und Konzerne. Die Teilnehmer präsentierten außerdem eigene Hilfsprojekte und tauschten Ideen aus. Die Rolle von sozialen Medien war ein Thema, das aufgrund der Proteste in der arabischen Welt im Vordergrund stand. Eine Paneldiskussion zwischen den Pionieren der Online-Protestbewegung, Wael Ghonim und Oskar Morales, war ein besonderes Highlight.

One Young World

Wael Ghonim

Der Ägypter Wael Ghonim gründete 2010 die Facebook-Seite „Wir sind alle Khaled Said“, um an einen Blogger zu erinnern, der von Geheimpolizisten festgenommen und getötet wurde. Auf der Webseite rief Ghonim zu Protest gegen die politische Situation in Ägypten auf. Immer mehr Menschen schlossen sich seinem Aufruf an. Somit war Ghonim maßgeblich für die Demokratiebewegung in der arabischen Welt Anfang des Jahres verantwortlich. Oskar Morales aus Kolumbien startete 2008 durch eine Facebook-Kampagne einen Großprotest gegen den Terror der kolumbischen Guerillaorganisation FARC. Über zwölf Millionen Menschen verbündeten sich dadurch gegen die terroristische Gewalt.

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Oscar Morales

„Millionen von Klicks auf Facebook reichen aber nicht aus, um etwas zu bewirken“, sagte Oskar Morales bei der Paneldiskussion. „Aktivismus darf nicht passiv bleiben. Der Zustimmung im Internet muss konkreter Aktivismus in der realen Welt folgen.“ Den Erfolg seiner Online-Aktion gegen die FARC führt Morales auch darauf zurück, dass die traditionellen Medien seine Kampagne aufgriffen und weiterverbreiteten. Nur wenn alte und neue Medien zusammenarbeiteten, könne die Partizipation jedes Einzelnen auch zu Veränderung führen.

One Young World

Auch Wael Ghonim betonte, dass soziale Medien kein Ersatz für traditionelle Medien sein könnten, sondern als zusätzliches Vehikel angesehen werden müssten. Wichtig für die Wirkung von Ghonims Online-Protest war aber eine Besonderheit des Netzes: die Anonymität. „Nur deswegen haben sich so viele Menschen meiner Sache angeschlossen, weil sie sich vor persönlichen Übergriffen sicher fühlten“, sagte Ghonim.

Für die meisten Teilnehmer der One Young World Konferenz sind soziale Medien schon jetzt ein wichtiges Instrument für ihre Hilfsprojekte. Über Online-Medien verschaffen sie sich Gehör und Unterstützung für ihre Anliegen und – wenn es gut läuft – können sie, so wie Wael Ghonim und Oskar Morales, binnen kurzer Zeit Millionen Menschen bewegen.

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