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Politik

Oman: Prachtvolle Vergangenheit, begeisterter Aufbruch

Bundeskanzler Schröder ist auf der vorletzten Station seiner Arabienreise im Oman. Das Sultanat hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm entwickelt: Von abgeschotteter Rückständigkeit zur Liberalität.

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Der Oman: Auch ein Touristen-Ziel

Donald Rumsfeld besucht Sultan Qaboos vom Oman

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Omans Herrscher Sultan Qaboos

Das sechste Ziel von Bundeskanzler Schröder auf der Arabischen Halbinsel ist das Sultanat Oman. Es ist ein Land, das auf eine lange und bedeutende Geschichte zurückblicken kann. Der Oman war jahrhundertelang eine der führenden Seefahrernationen der Welt. Sindbad, der Seefahrer aus Tausendundeine Nacht, stammte der Erzählung nach aus dem Sultanat. Omaner beherrschten bis zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts den Handel mit Ostafrika, sie errichteten auf der Insel Sansibar eine blühende arabische Exklave, später übernommen von deutschen Kolonisatoren. Mit ihren äußerst seetüchtigen Schiffen, den Dhaus, segelten sie nach Madagaskar und errichteten neue Städte auf den von ihnen Komoren genannten "Inseln des Mondes". Das Sultanat Oman hat eine prachtvolle Vergangenheit.

Leben in bitterster Armut

Alltag in Libyen libysche Wüste

Ein Großteil des Oman ist unbewohnbare Sandwüste

Lange Zeit schien es, als würde der Oman das Schicksal des Nachbarlandes Jemen teilen, als sei auch Oman von dem Ölreichtum der Golfstaaten ausgenommen. Das historische Land hatte wie der Jemen nicht die Mittel, das Land mit seinen gewaltigen Entfernungen zu erschließen. 10 Kilometer asphaltierte Straße existierten 1970, es gab keine Krankenhäuser und Schulen nach westlichem Standard.

Der damals regierende Sultan hatte den Oman bewusst von der Außenwelt abgeschottet. Keine westlichen Einflüsse sollten hierher gelangen, keine Ausländer durften das Land betreten. Die Menschen im Oman zahlten für die traditionelle Verbohrtheit ihres Herrschers mit bitterster Armut.

Schicksalsjahr 1970

1970 wurde zum Schicksalsjahr des Oman. Der einzige Sohn des unbeliebten Sultans stürzte seinen Vater und rief zur Modernisierung des Landes auf. Die Menschen folgten dem Aufruf von Sultan Qaboos mit Begeisterung. Eine Welle der Neuerungen erfasste den Oman. Ölfirmen entdeckten auch im Staatsgebiet des Oman in der Wüste Ölvorkommen. Nach der Machtübernahme von Sultan Qaboos war es eine Zeit des Aufschwungs.

Krankenversorgung, Infrastruktur und neuer Wohnraum: Die Bürger Omans haben von der Öffnung ihres Landes profitiert. In der Begeisterung für einen Aufbruch des Oman sind aber auch viele Relikte der Geschichte zerstört worden. Die Altstadt von Maskat wurde geschliffen, um Platz zu schaffen für Autobahnen, neue öffentliche Gebäude und einen neuen Sultanspalast.

Trotzdem sind die Omaner stolz auf ihr Land. Es ist eines der offensten und liberalsten auf der gesamten arabischen Halbinsel. Der Oman hat in den vergangenen 30 Jahren einen weiten Weg zurückgelegt.

Lesen sie weiter: Die letzte Stationen der Kanzler-Reise: Abu Dhabi und Dubai – die Metropolen am Golf

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