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Sport

Olympische Spiele: Das Feuer brennt

Es ist entfacht: Das Olympische Feuer brennt und geht nun auf Reise. Für Olympia-Gastgeber Brasilien beginnt mit der traditionellen Fackel-Stafette auch ein Stimmungs-Testlauf für die Sommerspiele in Rio de Janeiro.

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Olympisches Feuer für Rio 2016 brennt

107 Tage vor der Eröffnung der Sommerspiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) ist die Olympische Flamme entzündet worden. Im Heiligen Hain des antiken Olympia in Griechenland wurde das symbolische Feuer im Beisein des deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach mit einem Parabolspiegel durch die Strahlen der Sonne entfacht. Vom Tempel der Hera aus nimmt die Fackel ihren Weg quer durch Griechenland, dann in die Schweiz nach Lausanne, dem Sitz des Internationalen Olympischen Komitees. Am 3. Mai beginnt mit der Ankunft in der Hauptstadt Brasilia die rund 20.000 km lange Stafette durch 329 Städte des Gastgeberlandes Brasilien. Am 5. August wird das Feuer bei der Eröffnungsfeier im Olympiastadion von Rio entzündet.

Stimmungstief

Derweil laufen dort die Vorbereitungen auf das sportliche Megaereignis auf Hochtouren. Die Organisatoren liegen im Zeitplan, dennoch haben sie noch eine Baustelle vor sich, die schwer zu kalkulieren und nur bedingt zu beeinflussen ist: In dem größten südamerikanischen Land mit seinen rund 200 Millionen Einwohnern herrscht alles andere als Vorfreude auf das Großereignis in der Metropole Rio.

Arbeiter in Schutzanzügen desinfizieren Sambadrome in Rio de Janeiro (Foto: picture-alliance/dpa/M. Sayao)

Rio de Janeiro: Einsatz im Kampf gegen das Zika-Virus

Eine schwere politische, wirtschaftliche und soziale Krise sorgt neben der Angst vor dem Zika-Virus und der Schweinegrippe für eine tiefe Depression. Von der Begeisterung vom Oktober 2009, als die Stadt am Zuckerhut den Zuschlag erhalten hatte, ist nichts mehr zu spüren.

Entsprechend klagt Sportminister Ricardo Leyser: "Die Spiele sind noch nicht im Bewusstsein der Menschen." Der aktuelle Fall von Staatspräsidentin Dilma Rousseff, die vor dem politischen Aus steht, könnte zu keinem ungünstigeren Augenblick hinzukommen. Das Worst-Case-Szenario schließt nach den jüngsten Attentaten in Paris und Brüssel selbst terroristische Anschläge nicht aus, zumal die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) auch von brasilianischen Jugendlichen Zulauf erhält.

"Uns wäre ein anderes Ambiente lieber. Aber wir haben für alle Szenarien Notfallpläne. Bis zu den Spielen hoffen wir, dass sich die Lage wieder beruhigt", bekannte Roberto Alzir, einer der Verantwortlichen für die Sicherheitsplanungen vor und während der Sommerspiele sowie der Paralympics im September.

Hoffen auf den Wandel

Für das Internationale Olympische Komitee, das auf ein rauschendes Fest an der Copacabana gehofft hatte, kann es jetzt nur heißen: Augen zu und durch. IOC-Präsident Bach jedenfalls glaubt weiter an erfolgreiche Spiele. "Wir wissen, dass die aktuelle Situation eine Herausforderung für die letzten Vorbereitungen bedeutet. Aber ich bin weiter überzeugt, dass die Spiele wahrhaft spektakulär werden", sagte Bach und ergänzte: "Die Organisatoren können auf die Solidarität der olympischen Familie und der Sportwelt zählen."

Menschen in Rio de Janeiro feiern den Zuschlag für die Austragung der olympischen Sommerspiele 2016 (Foto: picture-alliance/dpa/A. Lacerda)

Copacabana am 2. Oktober 2009: Die Brasilianer feiern den Zuschlag für die Austragung der olympischen Spiele 2016

Vielleicht schafft es der Fackellauf ja, nach der Ankunft in Rio Anfang Mai, Emotionen bei den arg gebeutelten Menschen zu wecken - ein Stimmungstest ist er allemal. Wenn nicht, bleiben die meisten Sambatrommeln während der Spiele auf den Straßen wohl stumm. Und das wären wahrlich keine schönen Begleiterscheinungen für ein Weltfest des Sports.

ck/asz (sid, dpa)

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