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Sport

Olympiasieger im Porträt: Maria Riesch

Nach der Goldmedaille in der Super-Kombination hat Maria Riesch auch im Slalom triumphiert. Die ehrgeizige Partenkirchenerin liebt nicht nur die Geschwindigkeit, sie gilt auch als ordnungsliebend.

Maria Riesch mit Deutschlandfahne nach ihrem Olympiasieg. Foto: AP

Die Parallelen drängen sich so langsam, aber sich auf: Wie ihrem großen Vorbild Katja Seizinger und der Ski-Legende Rosi Mittermaier ist Maria Riesch ein goldenes Olympia-Double geglückt. Nach dem Sieg in der Super-Kombination fuhr die 25-Jährige auch im Slalom an die Spitze. Und vielleicht war es die Wiedergutmachung für die verpassten olympischen Spiele von Turin. Damals hatte Riesch verletzt und deprimiert auf der heimischen Couch gehockt und die alpinen Entscheidungen nur am Fernseher verfolgen können.

Maria Riesch im Slalom (Foto: AP)

Im Slalom ist Maria Riesch derzeit unangreifbar - auch im olympischen Rennen.

Umso größer war die Motivation vor den Spielen von Vancouver nun endlich zu zeigen, was sie kann. Auch, weil der cleveren Garmisch-Partenkirchenerin die Bedeutung des Ereignisses bewusst ist: "Olympia wird so gepusht, wenn man dort etwas gewinnt, ist man der Held", sagte Riesch schon vor den Spielen. Alle hatten von der 25- Jährigen eine Medaille erwartet, sie selbst vermutlich am meisten.

Maria Riesch beim Ball des Sports (Foto: AP)

Maria Riesch beim Ball des Sports

Beim Sieg in der Super-Kombination von Vancouver half Maria Riesch eine Fähigkeit, die für den deutschen Alpin-Chef eine herausragende Qualität der Skirennfahrerin ist. "Auch nach einer Niederlage kann Maria am nächsten Tag eine Leistung bringen wie nach einer Siegesserie", lobte Alpin-Direktor Wolfgang Maier seine Top-Athletin, die wie Rosi Mittermaier, Katja Seizinger, Hilde Gerg, Marina Kiehl, Heidi Biebl, Ossi Reichert und Cristl Cranz nun Olympiasiegerin ist. Und tatsächlich: Wenn es drauf ankommt, ist Riesch da. Die Vorzeige-Frau der deutschen Alpinen kann sich im Wettkampf steigern, von den Trainern wurde sie daher schon als "Rennpferd" bezeichnet. Das war nicht uncharmant gemeint. Und wer die 25-Jährige erst jüngst beim Ball des Sports in Abendgarderobe gesehen hat, weiß, dass sie auf dem Parkett der Promis eine elegante Figur abgeben kann.

Stefaufmännchen Riesch

Maria Riesch bei ihrem WM-Sieg im Slalom 2009. Foto: AP

Slalomweltmeisterin 2009

Ihre Karriere verlief wechselhaft: 2006 in Turin hockte Riesch nach ihrem zweiten Kreuzbandriss noch deprimiert zu Hause vor dem Fernseher. Doch die ehrgeizige Vielfahrerin kämpfte sich wieder bis in die Weltcup-Spitze zurück, wo sie drei Kristallkugeln und 13 Rennen gewann. Nur im Gesamtklassement musste sie sich bislang ihrer Freundin Lindsey Vonn geschlagen geben. 2009 feierte Riesch in Val d'Isere mit WM-Gold im Slalom den größten Triumph ihrer Karriere - bis zu den Spielen in Vancouver. Dort zeigte sie vor allem Nervenstärke und bewies, dass sie auch als Favoritin gewinnen kann.

Riesch liebt es schnell und ordentlich

Maria Riesch mag es nicht nur auf der Piste schnell, sondern auch auf der Straße, was ihr auch schon Bußgelder einbrachte. "No speed no fun", schrieb sie an einem Fan im Gästebuch ihrer Internetseite. Und ordnungsliebend ist sie auch. So sehr, dass ihre jüngere Schwester Susanne - in Vancouver ebenfalls am Start - im Spaß schon einmal anmerkte, dass es die neue Olympiasiegerin schon stört, wenn eine Jacke über einen Stuhl gehängt wird.

Autoren: Arnulf Boettcher / Joscha Weber (sid, dpa)
Redaktion: Joachim Falkenhagen

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