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Sport

Olympiasieger im Porträt: Andre Lange

Mit seinem vierten Olympiagold ist Andre Lange zum erfolgreichsten Bobpiloten der Welt aufgestiegen. Dabei war der Beginn seiner sportlichen Karriere alles andere als geradlinig und erfolgreich.

Andre Lange (re.) und Kevin Kuske jubeln nach ihrem Olympiasieg (AP Photo/Michael Sohn)

Am 28. Juni 1973 im thüringischen Ilmenau geboren, begann Andre Lange seine sportliche Laufbahn zunächst als Ringer. Dieser Sport wurde ihm aber bald von den Lehrern verboten und er wechselte zum Rennrodeln und kam 1987 auf eine Kinder- und Jugendsportschule in Oberhof. Trotz einiger Erfolge im Nachwuchsbereich sah er keine echten Perspektiven. Er wechselte 1993 zum Bobsport, wo es schon 1995 den ersten Titel im Juniorenbereich gab. Dem ersten Weltcupsieg in der Saison 98/99 folgte bereits im Jahr 2000 der erste Weltmeistertitel im Viererbob. Seit dieser Zeit ist Lange im Bob stets mit dem am 4.Januar 1979 in Potsdam geborenen Anschieber und Bremser Kevin Kuske unterwegs.

Von diesem ersten WM-Titel an ging die Karriere der beiden unaufhaltsam nach oben: 2002 der erste Olympiasieg im Vierer, 2006 die Goldmedaillen in beiden Bobs. Insgesamt wurde Lange je achtmal Welt- und Europameister. Kuske war aufgrund von Verletzungen nicht bei allen Titeln dabei und wurde siebenmal Welt und sechsmal Europameister.

Langes großes Plus ist seine Nervenstärke. Von nichts und niemand lässt er sich auf seinem Erfolgsweg bremsen. Vor Vancouver brachten ihn auch eine Muskelverletzung im Oberschenkel und Schlittenprobleme nicht vom Weg ab. Die, die ihn kennen, bezeichnen ihn als "eiskalt, wenn es drauf ankommt" und als Siegertyp.

Andre Lange und Kevin Kuske nach dem Erfolg (AP Photo/Michael Sohn)

Freunde nennen Lange "Bärchen" – bei einer Körpergröße von 1,89 m und 98 kg Lebendgewicht durchaus passend. Aber wie ein Bär kann Lange, der normalerweise eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt, auch schon mal lauter werden – er ist keiner, der ein Blatt vor den Mund nimmt. Er selbst meint, er überlege heute aber schon mehr als zu seinen Teenagerzeiten. Dazu dürften auch seine Frau Mandy und seine beiden Kinder beigetragen haben.

Lange ist, wie so viele deutsche Wintersportler, Sportsoldat bei der Bundeswehr. Er schätzt dort die Trainingsmöglichkeiten und die soziale Absicherung. Im Bobsport könne man ja nicht das große Geld verdienen, sagt der 36-Jährige. Wie viele andere deutsche Wintersportler arbeitet Lange eng mit dem Berliner Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) zusammen – schließlich fühlt er sich als Pilot für die Kufen und die sonstige Technik seines Bobs verantwortlich. Und so entwickelte er mit der FES vor Vancouver noch nagelneue Kufen, die ihn dann ja auch zum Olympiasieg trugen.

Autor: Wolfgang van Kann

Redaktion: Stefan Nestler