1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Leichtathletik

Olympiasieger Armin Hary ist 80

Sein Sportlerleben war wie sein Sprint: kurz und spektakulär. Armin Hary sprintete als erster die 100 Meter in 10 Sekunden, gewann zweimal Olympia-Gold - und machte dann Schluss. Heute wird er 80 Jahre alt.

Hundert Meter in zehn Komma null Sekunden: Der Deutsche Armin Hary war der erste, der das geschafft hat - und er rannte am 21. Juni 1960 in Zürich als Weltrekordler zu ewigem Ruhm. Dabei wurde das erste Rennen wegen eines angeblichen Fehlstarts nicht anerkannt, ein deutscher Journalist pochte auf eine Wiederholung. Und so sprintete Hary 35 Minuten später erneut los und wiederholte kurzerhand die handgestoppten 10,0. 72 Tage später wurde er in Rom der erste und bislang einzige deutsche Olympiasieger über die 100 Meter, kurz darauf siegte er auch mit der 4x100-Meter-Staffel.

"Ich denke nicht täglich daran, dass ich früher mal ein toller Hecht war", sagt Hary heute. Aber natürlich wird der "blonde Blitz", der Usain Bolt seiner Zeit, immer wieder auf die alten Zeiten angesprochen, die Menschen haben ihn nicht vergessen. "Jede Woche erhalte ich noch immer fünf bis zehn Autogrammwünsche aus der ganzen Welt", sagt er und freut sich auf "ne größere Feier" am Mittwoch.

"Auf Asche hätte ich Bolt geschlagen"

Armin Hary - 1960 (picture-alliance/ZUMA Press)

Auf dem Höhepunkt der Karriere: Hary (r.) 1960

Der Sohn eines Bergmannes aus dem saarländischen Quierschied wurde seinerzeit stets skeptisch beäugt. "Zu meiner Zeit war der mündige Athlet noch nicht erfunden", sagt er: "Ich habe mir nicht viel gefallen lassen." Nach drei kurzen Sommern, dem Doppel-Gold bei der EM 1958 und einem weiteren aberkannten 10,0-Lauf, dem Weltrekord 1960 und dem Olympia-Triumph von Rom, macht Hary 1961 als 24-Jähriger schon Schluss. Nach dem x-ten Ärger mit Funktionären wegen eines Interviews und angeblich falscher Spesenabrechnung, und sicher auch wegen der Knieprobleme in Folge eines Autounfalls.

Die heutigen Leistungen in der Leichtathletik, vor allem die des achtmaligen Olympiasiegers Usain Bolt, beobachtet Hary eher skeptisch: "Ich kann ja nichts beweisen. Nur so viel: Rom 1960 waren die letzten richtigen Olympischen Spiele, ohne Kommerz und Doping", sagte er der Sportzeitschrift "Sport Bild". Bei einem direkten Duell mit Bolt hätte sich Hary in seiner besten Zeit gute Chancen eingeräumt, die besten auf Asche: "Die hätte ihm bei seiner Größe gar nicht gelegen. Da wäre er im Boden versackt. Ich schätze, er wäre 10,5 Sekunden gelaufen - auf Asche hätte ich ihn schlagen können."  

og/asz (sid, dpa)