Olympia-Ticketskandal: Hickey tritt zurück | Sport-News | DW | 06.02.2017
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Olympische Spiele

Olympia-Ticketskandal: Hickey tritt zurück

Späte Folge des Skandals um möglicherweise illegal verkaufte Olympia-Eintrittskarten: Patrick Hickey gibt seinen Posten als Chef des irischen Sports auf - und bestreitet weiter den Vorwurf, sich bereichert zu haben.

Nach 28 Jahren an der Spitze des Nationalen Olympischen Komitees für Irland OCI macht Patrick Hickey Platz für einen Nachfolger. Der Grund des Rücktritts könnte gar nicht unbedingt mit dem Olympia-Ticketskandal von Rio 2016 zusammenhängen, denn Hickey musste sich kürzlich einer Behandlung am Herzen unterziehen. Der 71 Jahre alte Hickey gilt als gesundheitlich angeschlagen. Ob auch die Frage nach seiner Verstrickung in den Skandal um möglicherweise illegal verkaufte Olympia-Eintrittskarten mit zu der Entscheidung führte, ist derzeit unklar. 

Aus dem Olympischen Dorf ins Gefängnis

Deutschland Deutscher Olympischer Sportbund - Hickey & Bach & Hörmann (Getty Images/Bongarts/S. Hofmann)

Belastete die Personalie Hickey (l.) auch das IOC mit Präsident Thomas Bach (M.)

Denn Hickey beteuert bis heute seine Unschuld. Als OK-Präsident und langjähriges hochrangiges Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) stand er im August 2016 im Fokus der Sport-Öffentlichkeit, als er plötzlich von brasilianischen Behörden festgenommen wurde. Hickey stand damals unter Verdacht, Olympia-Eintrittskarten aus dem OCI-Kontingent zum überteuerten Weiterverkauf an die Ticket- und Hospitality-Firma THG weitergegeben und sich daran bereichert zu haben. Dem ZDF liegt eine Mail Hickeys an THG-Chef Marcus Evans vor, in der der OCI-Präsident bestätigte, Evans könne die zusätzlichen Tickets "alle nutzen". 

Hickey saß nach seiner Verhaftung während der Spiele in Brasilien zunächst im Gefängnis. Nach der Zahlung einer Kaution durfte der gesundheitlich angeschlagene Hickey Anfang Dezember nach Irland zurückkehren. Die Aufarbeitung des Falls erreicht bislang kein klares Ergebnis. Mit seinem Rücktritt macht Hickey nun den Weg für einen Nachfolger frei. Das OCI will am Donnerstag einen neuen Vorsitzenden auf einer außerordentlichen Sitzung präsentieren.

jw/sti (mit sid, dpa)