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Kultur

Olympia kommt - mit Sicherheit

Die olympischen Spiele in Athen rücken näher, und mit jedem Tag bekommt die Frage nach der Sicherheit von Athleten und Besuchern mehr Gewicht. Moderne Technologie soll drohende Gefahren eindämmen.

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Sind die Spiele in der Wiege Olympias sicher?

Die Sicherheitsvorkehrungen laufen auf Hochtouren. Immer mehr Länder verlangen höhere Sicherheitsstandards für die Olympischen Sommerspiele vom 13. bis 29. August 2004 in Athen. Nach einem Bericht von "World Tribune.com" bringen Israel und die Vereinigten Staaten zusätzlich zu den griechischen Vorkehrungen eigene Sicherheitskräfte mit nach Athen. Mehr als 100 nationale Berater und Sicherheitsbeauftragte werden allein das Olympische Team der USA unterstützen, sagt eine Studie des "Congressional Research Service" (CRS) für den Amerikanischen Kongress.

Attentat auf Olympia

Anschlag in München 1972: Damals kamen 15 Menschen um.

Auch Südkorea fordert einen besseren Schutz. Seit der Entscheidung zur Entsendung von 3000 zusätzlichen Soldaten in den Irak ist in Südkorea die Furcht vor möglichen Anschlägen gewachsen. Islamische Extremisten im Irak hatten im Juni einen von ihnen entführten südkoreanischen Dolmetscher enthauptet. Die Entführer ermordeten ihn, nachdem sich Seoul geweigert hatte, auf Forderungen nach einem Ende der südkoreanischen Militärpräsenz im Irak einzugehen.

Die Sorge bezieht sich nicht nur auf die Sportler, sondern auch auf Mitarbeiter, die bei Veranstaltungen zur Präsentation des ostasiatischen Staates arbeiten. "Wir planen zum Beispiel im Bahnhof von Athen einen Informationsstand über Korea und verlangen dort besseren Schutz für die Mitarbeiter", sagt Ursula Dietzmann, Sprecherin der südkoreanischen Botschaft in Berlin.

Technisch zieht man alle Register

Die technischen Vorkehrungen sind schon jetzt gewaltig. Der US-Regierungsstudie des CRS zufolge wurden in und um Athen bereits 1400 Überwachungskameras installiert. Die griechische Regierung hat allein 250 Millionen US-Dollar an das internationale Konsortium "Science Applications International Corporation" (SAIC) überwiesen.

SAIC besteht aus Firmen wie Siemens, Nokia, Motorola, Altec und Diekat und entwickelt ein Sicherheits- und Kontrollzentrum für die Olympischen Spiele. Dieses soll Polizei, Feuerwehr, Erste-Hilfe-Zentren, Küstenwache und Militär miteinander vernetzen. "Mit den Rechnersystemen sollen Einzelbefunde zusammengeführt werden, es wird ein Netz für Ordnungshüter geschaffen", sagt Karlheinz Gröbmair, Sprecher von Siemens.

Sicherheit zu gewährleisten wird komplexer, die Technik immer mehr durch Computer unterstützt. So werden Absperrsysteme für die Athener Stadien bereitgestellt, die einerseits nur Berechtigten Eintritt gewähren, die andererseits aber zuverlässig auf Panikausbrüche reagieren. "Eine Absperrung, die geschlossen war, soll schnellstens wieder geöffnet werden können", so Gröbmair.

Ein Bedrohungspotential ist vorhanden

Bei aller Vorsorge: Vollkommene Sicherheit für die Olympischen Spiele kann niemand garantieren. "Das Bedrohungspotential ist vorhanden, wie es bereits 2002 bei den Winterspielen in Salt Lake City zu spüren war", sagt Bernhard Schwank, Sprecher des Nationalen Olympischen Komitees Deutschlands. Er sei aber davon überzeugt, dass von Seiten Griechenlands alle Register für friedliche Spiele gezogen worden sind.

Die Sportler selbst ließen sich keineswegs von einer Teilnahme bei Olympia abschrecken. "Die sind hoch motiviert und wollen auf alle Fälle Medaillen für ihr Land gewinnen", ist Ursula Dietzmann überzeugt.

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