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Sport

Olympia-Kandidaten-Check: Madrid

Am Freitag entscheidet das Internationale Olympische Komitee in Kopenhagen über den Ausrichter der Sommerspiele 2016. Einer der vier Kandidaten, die noch im Rennen sind, ist die spanische Hauptstadt Madrid.

Blick von oben auf die Gran Via in Madrid. Foto: AP

Steckbrief

Spanische Hauptstadt, Sitz des Königs und der Regierung, ca. 650 m über dem Meeresspiegel, ca. 600 qkm groß, 3,3 Millionen Einwohner.


Blick auf das Santiago-Bernabeu-Stadion in Madrid. Foto: AP

Santiago-Bernabeu-Stadion

Wettkampfstätten

Etwa die Hälfte der 33 geplanten olympischen Sportstätten ist laut IOC bereits fertiggestellt. Weitere rund 20 Prozent befinden sich im Bau. Alle Wettkampfstätten (Ausnahme Segel-Gebiet) sollen in einem Umkreis von 20 Kilometern um das geplante Olympische Dorf liegen.

▼ Die Segel-Wettbewerbe sollen im rund 350 km entfernten Valencia ausgetragen werden.

Infrastruktur

▲ Madrid verfügt über einen der größten Flughäfen Europas und eines der größten U-Bahn-Netze der Welt. Ca. 52.000 Hotelzimmer werden in der Stadt angeboten, die Hälfte davon in Vier- und Fünf-Sterne-Hotels.

Sicherheit

Denkmal für die Opfer des Anschlags von 2004. Foto: AP

Denkmal für die Opfer des Anschlags von 2004

▲ Spanien hat 1982 bei der Fußball-WM und 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona bewiesen, dass es Großereignisse ohne Zwischenfälle ausrichten kann.

▼ Die baskische Untergrundorganisation ETA bleibt ein Unsicherheitsfaktor, wie die Bombenanschläge im Sommer auf Mallorca gezeigt haben. Auch die Anschläge der El Kaida auf Züge in Madrid 2004 mit 191 Toten sind noch in Erinnerung.

Finanzen

▲ Das Organisationskomitee kalkuliert mit einer Summe von 2,67 Milliarden US Dollar, laut IOC ein "ausgewogener Etat", der auch ausreichend abgesichert ist.

Rückhalt in der Bevölkerung

▲ Laut Erhebungen des IOC befürworten 85 Prozent der Einwohner Madrids und 86 Prozent der Spanier die Bewerbung der Hauptstadt. Das ist die höchste Zustimmung aller Kandidaten.

Blick von oben auf die Gran Via in Madrid. Foto: AP

Blick auf die Gran Via in Madrid

Sonstiges

▲ Der spanische IOC-Ehrenpräsident Juan Antonio Samaranch, inzwischen 89 Jahre alt, verfügt immer noch über beste Beziehungen zu wichtigen Leuten im IOC.

▼ Gegen Madrid spricht der Ruf Spaniens, zu lax mit dem Dopingproblem umzugehen. Das umstrittene spanische Anti-Doping-Gesetz verbietet nächtliche Dopingkontrollen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Aufgrund der weltweiten Kritik, u.a. durch die Welt-Anti-Dopingagentur WADA, verlegte die Regierung das Ende der "Doping-Nachtruhe" von 8 Uhr auf 6 Uhr. Die 2006 aufgedeckte Dopingaffäre um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes, der viele Stars des Profiradsports mit Eigenblutkonserven versorgte, wurde nie ganz aufgeklärt.

▼ Die Sommerspiele 2012 (London) und die Winterspiele 2014 (Sotschi) finden bereits in Europa statt. Das vermindert die Chancen für einen europäischen Bewerber 2016. Madrid scheiterte bereits 2012 mit seiner Kandidatur.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Wolfgang van Kann

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