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Fokus Osteuropa

Olympia in Sotschi - Vorfreude und Skepsis

Die große Mehrheit der russischen Bürger freut sich auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi im kommenden Jahr. Viele Russen sind jedoch skeptisch, was den Nutzen des Sportereignisses für ihr Land angeht.

Logo von Sotschi 2014 (Foto: AP Photo/Ivan Sekretarev)

Die Olympischen Winterspiele finden 2014 in Sotschi statt

Eine deutliche Mehrheit von 86 Prozent der Russen freut sich auf die Olympischen Winterspiele im südrussischen Sotschi. Die Vorfreude auf das Sportereignis im kommenden Jahr hat nicht nur die jüngere Bevölkerung erfasst, sondern erstreckt sich über alle Altersgruppen. Somit sind die Spiele ein generationenübergreifendes Ereignis.

Dies zeigt der aktuelle DW-Trend Russland für den Monat Februar. Dafür hat das ukrainische Büro des Meinungsforschungsinstituts IFAK im Auftrag der Russischen Redaktion der Deutschen Welle in russischen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern eine Telefonumfrage durchgeführt. Befragt wurden repräsentativ 1000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren.

Rund zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) erhoffen sich durch die Olympiade einen Schub für den Tourismus in Sotschi, aber auch für das Umland der Stadt am Schwarzen Meer. Jedoch sind 31 Prozent eher skeptisch und glauben nicht, dass nach den Spielen mehr Touristen nach Russland kommen werden.

Olympische Spiele bieten einem Land auch immer die Chance, sich der Welt zu präsentieren. Die russische Bevölkerung glaubt vor allem, durch ihre Gastfreundschaft und Lebensfreude die Gäste aus dem Ausland überzeugen zu können. Das gaben 34 Prozent der Befragten an. Weitere 33 Prozent sind überzeugt, eine gute Organisation der Spiele würde Russlands Ansehen verbessern. 28 Prozent halten eine hohe Qualität der Sportstätten, Hotels und Flughäfen für entscheidend, um das Image Russlands zu stärken.

Aber es gibt auch Zweifel. So befürchten 29 Prozent der Befragten, dass hohe Preise und eine schlechte Qualität der Unterkünfte dem Ansehen ihres Landes am meisten schaden könnten. Weitere 24 Prozent glauben, die Korruption im alltäglichen Leben in Russland könnte zu einem Imageverlust im Ausland führen. Mit 26 Prozent sieht rund jeder vierte Russe grundsätzlich gar keinen Vorteil durch die Olympiade für das Image des Landes.

Was den konkreten Nutzen der Winterspiele angeht, ist man in Russland eher skeptisch. 44 Prozent sehen die Politiker als Hauptprofiteure der Sportveranstaltung. 24 Prozent erhoffen sich zumindest einen Mehrwert für die heimische Wirtschaft. Lediglich 19 Prozent glauben, dass der russische Sport profitieren wird. Gerade einmal sieben Prozent der Befragten erwarten einen Nutzen für die russische Bevölkerung.

Grundsätzlich herrscht also unter den Russen große Vorfreude auf die Olympiade im Winter 2014. Allerdings machen sich die Menschen keine großen Illusionen, wenn es um den konkreten Nutzen der Spiele für ihr Land und die tatsächlichen Profiteure des Sportereignisses geht.