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Sport

Olympia-Endspurt in London

Ein Jahr vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in der britischen Hauptstadt laufen die Vorbereitungen auf vollen Touren. Viele Sportanlagen stehen bereits. Trotzdem gibt es noch jede Menge Arbeit.

Olympia-Maskottchen Wenlock und Paralympics-Maskottchen Mandeville (Foto: dapd)

Olympia-Maskottchen Wenlock (l.) und Paralympics-Maskottchen Mandeville

"Wir liegen gut im Plan." So lautet die Botschaft der Organisatoren genau ein Jahr vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in London am 27. Juli 2012. "Eigentlich sind wir genau da, wo wir zu diesem Zeitpunkt mit unserem Projekt sein wollten", sagt Sebastian Coe. Der frühere Leichtathletik-Star, der 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles Gold im 1500-Meter-Lauf gewonnen hatte, steht an der Spitze des Organisationskomitees. "Die Sportstätten im Olympia-Park sind zum größten Teil gebaut", freut sich der 54-Jährige. "Aber es bleibt immer noch ein Berg an Arbeit." 88 Prozent der Anlagen sind nach offiziellen Angaben fertig gestellt, darunter das 80.000 Zuschauer fassende Olympiastadion. "Jetzt heißt es ein Jahr lang testen, testen, testen", fordert Coe. "Wir müssen garantieren, dass die Zeit, die wir messen, auch wirklich stimmt. Wir können Usain Bolt nicht bitten, noch einmal zu laufen."

Blick von oben auf den Olympiapark mit dem großen Olympiastadion (Foto: dapd)

Im Olympia-Park sind viele Sportanlagen bereits fertig gestellt, auch das Olympiastadion (M.)

"Ein bisschen enger"

Kopfschmerzen bereiten den Machern der Spiele noch die Verkehrsprobleme, die erwartet werden. Der Transport sei in London schon jetzt eine Herausforderung, sagt Denis Oswald, der im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für London 2012 zuständig ist. "Wenn man 300.000 Menschen dazugibt, die von einem Ort zum anderen müssen, hilft das nicht unbedingt weiter." Mit umgerechnet 7,3 Milliarden Euro soll das öffentliche Nahverkehrssystem in London fit für die Spiele gemacht werden. Ein neuer Hochgeschwindigkeitszug soll die Zuschauer schnell zum Olympia-Park bringen. "Es wird schon ein bisschen enger zugehen", beruhigt IOC-Präsident Jacques Rogge. "Aber das ist nicht spezifisch in London, das ist überall bei Olympischen Spielen so."

Terrorgefahr als hoch eingestuft

Premierminister David Cameron an der Baustelle für das Beachvolleyball-Stadion (Foto: dapd)

Premierminister David Cameron an der Baustelle für das Beachvolleyball-Stadion

London ist die erste Stadt, die zum dritten Mal Sommerspiele ausrichtet. Schon 1908 und 1948 war die britische Hauptstadt Olympia-Gastgeber. 10.500 Sportler aus mehr als 200 Ländern werden erwartet, 5000 Betreuer und Funktionäre sowie 20.000 Medienvertreter aus aller Welt, dazu Hunderttausende von Zuschauern. Da stellt sich auch die Frage nach der Sicherheit – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Terroranschläge von Norwegen. Die britische Regierung hatte schon vor den tragischen Ereignissen in Oslo und Utöya die Terrorgefahr während der Spiele in London als hoch eingestuft. Mehr als 500 Millionen Euro werden für die Sicherheit ausgegeben. IOC-Chef Rogge sieht die Briten auch in diesem Punkt gerüstet: "Dies ist ein Land, in dem die Sicherheitskräfte sehr gut ausgebildet und gut vorbereitet sind."

Viele Tickets verkauft

Das Olympiafieber in London wird bis zur Eröffnungsfeier in einem Jahr weiter steigen, die Vorfreude ist aber schon jetzt beachtlich. 70.000 freiwillige Helfer wurden gesucht, 250.000 Menschen bewarben sich. Für 6,6 Millionen Karten im Vorverkauf gab es 22 Millionen Anfragen.

Auch in Deutschland sind die Tickets gefragt. 50.000 der 70.000 dort zur Verfügung stehenden Karten wurden bereits verkauft. Für die deutschen Sportler hat Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), die Latte hoch gelegt. "Es ist unser ambitioniertes Ziel, unseren Platz in der Weltspitze zu verteidigen", sagte Bach, der auch Vizepräsident des IOC ist. Bei den Olympischen Spielen in Peking hatte Deutschland in der Nationenwertung den fünften Rang belegt.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Claudia Hennen

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