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Fußball

Ollis Botschaft

2008 hatte der dreimalige Welttorhüter Oliver Kahn seine erfolgreiche Karriere beendet. Jetzt wurde er vom DFB zum Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung berufen. Seine Zukunft könnte sich Kahn als Manager vorstellen.

Botschafter Oliver Kahn

Botschafter Oliver Kahn

Vor sieben Monaten erst gab Oliver Kahn seinen Abschied von der großen Fußball-Bühne. Seitdem bastelt der einstige "Titan" an seiner neuen Karriere. ZDF-Fußball-Experte sowie Buchautor ist er schon. Und ab Mitte April will sich der dreimalige Welttorhüter auf seine Rolle als Fernseh-Entertainer in China konzentrieren. Im Reich der Mitte soll Kahn dabei helfen, Torwart-Talente zu finden. Zunächst einmal aber hat der 39-Jährige seine soziale Ader entdeckt - als neuer Botschafter der DFB-Stiftung Sepp Herberger. "Irgendwann empfindet man Dankbarkeit und möchte etwas zurückgeben. Ich habe nicht lange überlegen müssen", sagte Kahn bei der DFB-Präsentation in Leipzig.

Die integrative Kraft des Fußballs

DFB-Präsident Theo Zwanziger

DFB-Präsident Theo Zwanziger

Die vom ehemaligen Bundestrainer Sepp Herberger und dem DFB ins Leben gerufene Stiftung verfolgt das Ziel, die integrative Kraft des Fußballsports für die Gesellschaft zu nutzen. Kahn sieht hier drei Kernbereiche: "Da geht es einmal um die Resozialisierung von jugendlichen Straftätern. Und es geht darum, Menschen zu helfen, die aus dem Fußball kommen und in Not geraten sind. Der dritte Punkt schließlich passt wunderbar zu mir." So will Kahn vor allem auch Projekte im Behindertensport begleiten. DFB-Präsident Theo Zwanziger äußerte sich erfreut über Kahns Engagement. "Ich bin außerordentlich dankbar, dass einer der größten deutschen Fußballer sich dazu bereit erklärt hat, diese Aufgabe mit zu stemmen." Kahn ergänzt damit den prominenten Botschafter-Kreis der ältesten Stiftung im deutschen Fußballsport : "Wir haben nach Fritz Walter, Horst Eckel, Uwe Seeler und Helmut Haller jetzt einen der besten Torhüter, der sich in den Dienst dieser guten Sache stellt", betonte Zwanziger.

Die Managerfrage

Kahn sammelte 24 Titel

Wird der Trophäen-Sammler bald Manager?

Dabei wäre Kahn beinahe erst Manager des Bundesligisten FC Schalke 04 geworden. Der Weltmeister von 1990 aber erteilte den Königsblauen nach einiger Bedenkzeit eine Absage für die Nachfolge des entlassenen Managers Andreas Müller. "Die Aufgabe bei einem Top-Verein wie Schalke war einfach nicht mit meinen Aktivitäten in Asien zu vereinbaren", erläuterte Kahn. "Ich kann so etwas nicht mit 60 oder 70 Prozent machen. Sie kennen mich als Torhüter, ich versuche, es immer mit hundert Prozent zu machen." Ausschließen wollte Kahn eine baldige Managertätigkeit aber nicht. Im Gespräch ist er immer noch als möglicher Nachfolger von Uli Hoeneß beim FC Bayern München. "Ich habe über 20 Jahre Erfahrungen in diesem Geschäft. Und allein 14 Jahre habe ich ja bei Bayern München gesehen, wie dort hoch professionell gearbeitet wird."

Keine Weltklasse-Torhüter

Zwei der Torwart-Kandidaten: Wiese (re.) und Adler

Zwei der Torwart-Kandidaten: Tim Wiese (re.) und René Adler

Ein wenig besorgt äußerte sich Kahn über seinen potentiellen Nachfolger in der Nationalmannschaft. Derzeit läuft alles auf einen Vierkampf zwischen René Adler (Bayer Leverkusen), Robert Enke (Hannover 96), Tim Wiese (Werder Bremen) und Manuel Neuer (Schalke 04) hinaus. "Das sind allesamt großartige Torhüter", betont Kahn. Doch nur Tim Wiese verfügt tatsächlich über größere internationale Erfahrungen. Und da sieht Kahn ein Problem für die WM 2010: "Wenn ich wirklich absolute Klasse werden will, muss ich auch in einem Verein spielen, der es mir ermöglicht, mich mit den Besten permanent messen zu können."

Autor: Arnulf Boettcher

Redaktion: Stefan Nestler

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