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Fußball

Olic ballert Bayern ins Finale

Durch den Hattrick von Ivica Olic ist der FC Bayern dem Gewinn der Champions League näher gekommen: Die Münchener schlugen Lyon 3:0 und stehen im Finale gegen Inter Mailand, das sich gegen den FC Barcelona durchsetzte.

Bayern-Spieler jubeln (Foto: AP/Lionel Cironneau)

Geschafft!

Nicht Ribéry, nicht Robben – Ivica Olic hieß dieses Mal der Matchwinner des deutschen Rekordmeisters. Der Kroate sorgte mit seinen drei Treffern für den so wichtigen Auswärtssieg der Bayern bei Olympique Lyon und damit für den Einzug in das Finale der Champions League. "Ich habe nie gedacht, dass das möglich ist", gestand Olic, der mittlerweile sieben Mal in der Königsklasse getroffen hat, nach dem Abpfiff. "Drei Tore sind überragend in so einem Spiel." Manager Uli Hoeneß stimmte ihm zu. "Das ist fast Fußball in Vollendung gewesen", jubelte er. "Sowas habe ich vom FC Bayern in einem wichtigen Spiel schon lange nicht mehr gesehen. So wie wir heute gespielt haben, das ist schon unglaublich." Dabei waren die Bayern personalgeschwächt und mit dem Handicap ins Spiel gegangen, am Wochenende noch ein Bundesligaspiel absolviert zu haben. Während sich die Bayern in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach ein 1:1 erspielten, durften sich die Spieler von Lyon ausruhen, sie hatten ihr Ligaspiel zugunsten des Rückspiels in der Champions League in den Mai verschoben. So gingen die Franzosen ausgeruht in die Partie. Doch die Bayern legten los, als hätten sie sich erholen können, und die erste Chance ließ nicht lang auf sich warten: Ivica Olic setzte sich in der dritten Spielminute auf der rechten Seite durch, sah den mitgelaufenen Thomas Müller und bediente ihn wie aus dem Lehrbuch, doch der junge Stürmer verpasste um Zentimeter das Tor.

Sturmlauf auf das französische Tor

Arjen Robben und Philipp Lahm gratulieren dem Torschützen Ivica Olic (von links nach rechts) (Foto: AP/Lionel Cironneau)

Doppeltorschüzte Olic (re) lässt sich feiern

Die Bayern mussten auf die gesperrten Franck Ribéry und Danijel Pranijc verzichten, der angeschlagene Verteidiger Daniel van Buyten konnte auflaufen, Martin Demichelis saß zunächst nur auf der Bank. Von dort aus sah er mit an, wie seine Kollegen rackerten und rannten, sich jeden Ball erkämpften und unbedingt dieses eine Tor wollten, welches das Tor zum Finale ganz weit aufstoßen würde. Lang musste er nicht warten: In der 26. Minute war es wieder einmal Olic, der für die Bayern schon so wichtige Treffer in der Königsklasse erzielt hatte, der sich durchsetzte und das 1:0 machte. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer orakelte zu diesem Zeitpunkt, dass das Spiel noch lang nicht entschieden sei, und es schien, als sollte er Recht behalten: Nur fünf Minuten später hatte Michel Bastos die große Chance, für Lyon zum Ausgleich zu kommen. Doch sein Ball ging knapp am rechten Pfosten vorbei. Es sollte die einzige Großchance der Gastgeber in der ersten Halbzeit bleiben.

Bayern 20 Minuten in Überzahl

Bayern-Spieler feiern Olic (Foto: AP/Laurent Cipriani)

Dreimal Olic - die Kollegen gratulieren

In der zweiten Halbzeit durfte Demichelis dann auflaufen. Er bekam allerdings nicht viel zu tun - erst Recht nicht mehr nach der 67. Minute. Kapitän Cris sah wegen eines Fouls und anschließendem Beifallklatschens die Gelb-Rote Karte. Danach lief endgültig nicht mehr viel für die Franzosen, Torwart Hans-Jörg Butt musste nur noch einmal parieren, dann schlug Olic erneut zu: Nach einem feinen Zuspiel von Hamit Altintop, der für Ribéry in die Mannschaft gerückt war, vollendete er in der 67. Minute zum 2:0. Nur neun Minuten später flankte der erneut stark aufspielende Philipp Lahm passgenau und Olic machte das 3:0. Lyon war zu diesem Zeitpunkt längst geschlagen, wehrte sich kaum noch. Nach dem Abpfiff streiften sich die Spieler bedruckte T-Shirts über: "Finale in Madrid" stand darauf geschrieben. Nur der Gegner fehlte zu diesem Zeitpunkt noch. Aber inzwischen hat sich auch der gefunden: Im zweiten Halbfinale verteidigte Inter Mailand am Mittwoch seinen 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel beim FC Barcelona. Und das, obwohl die Katalanen das Spiel dominiert hatten. Aber Inter ließ, obwohl über eine Stunde in Unterzahl, nur einen Treffer durch Gerard Pique in der 84. Minute zu. So hieß es am Ende 1:0 für Barca - zu wenig, um den Titel zu verteidigen.

Bayern-Kapitän Mark van Bommel war der Gegner ohnehin egal: "Wir haben eine richtig gute Mannschaft und glauben an uns. Wir alle sind sehr hungrig." Das Finale findet am 22. Mai in Madrid statt.

Autorin: Olivia Fritz/Tobias Oelmaier
Redaktion: Joachim Falkenhagen

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