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Politik & Gesellschaft

Oktoberfest: Zwei Schläge reichten

Rund zwei Wochen lang heißt es in München wieder: Bier, Bier und nochmal Bier. Und damit es beim größten Volksfest der Welt nicht langweilig wird, kommen auch noch mehrere hunderttausend Hendl (gebratene Hühner) dazu.

Auf friedliche Wiesn: Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (r, SPD) und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf dem Oktoberfest 2011 (Foto: dpa)

Schon am frühen Samstagmorgen (17.09.2011) waren die Besucher auf "die Wiesn" geströmt, um noch einen Platz in einem der Festzelte zu ergattern. So waren die ersten Zelte auf der Münchner Theresienwiese auch schon seit dem Vormittag wegen Überfüllung geschlossen, als Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) dann um Punkt zwölf Uhr zur Tat schritt:

"O'zapft is"

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) zapft am Samstag (17.09.2011) beim 178. Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese in München (Oberbayern) das erste Fass Bier an. (Foto: dpa)

Beim zweiten Schlag: Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD)

Zwei Schläge, dann steckte der Zapfhahn im Fass, und mit der Erfolgsmeldung "O'zapft is" (angezapft ist) füllte Ude den ersten Maßkrug mit Wiesnbier für den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). Auch wenn beide Politiker in politischen Wahlkämpfen gern aneinander geraten - zur Oktoberfest-Eröffnung sind sie ein eingespieltes Duo. Diesmal stiessen sie auf eine "friedliche Wies'n" an.

Denn die Teilnahme des bayerischen Ministerpräsidenten gehört ebenso zum Eröffnungsritual wie der Anstich des ersten Fasses durch den Münchner Oberbürgermeister. Für den Sozialdemokraten Ude war es bereits das fünfte Mal, dass das Bier bereits nach zwei Schlägen floss - Ude ist seit 1993 Münchner Oberbürgermeister und entsprechend viele Anstiche geübt.

Größtes Volksfest der Welt

Nach einem trüben Morgen schien dann am Mittag die Sonne - und das Oktoberfest 2011 konnte - wie viele seiner Vorgänger - bei gutem Wetter beginnen. Selbst der mittlerweile auf 9,20 Euro gestiegene Preis für die Maß Bier wird aller Voraussicht nach nicht für Umsatzeinbußen sorgen. Und angesichts des strikten Rauchverbots in den Zelten haben die Wirte extra Balkone und Freiflächen eingerichtet.

Oktoberfestgäste prosten sich am Samstag (17.09.2011) auf dem Oktoberfest auf der Theresienwiese in München (Oberbayern) mit ihren Bierkrügen zu (Foto: dpa)

Auftakt des Oktoberfestes 2011

Die ersten Besucher waren um sechs Uhr morgens zum Festgelände gekommen, und trotz des zunächst nasskalten Wetters zeigten die meisten Frauen tiefe Ausschnitte im festlichen Dirndl, die Männer kamen zünftig in Lederhosen.

Selbst Besucher aus sehr fernen Weltgegenden zeigen sich auf dem Oktoberfest gern in bayerischer Tracht. Insgesamt werden rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt erwartet. Das diesjährige Oktoberfest dauert übrigens 17 Tage. Denn der Feiertag zur Deutschen Einheit am 3. Oktober wird als Wiesn-Tag noch angehängt.

Wie fast in jedem Jahr war auch beim diesjährigen Oktoberfest bereits vor dem offziellen Anstich des ersten Fasses die erste sogenannte "Bierleiche" (so die umgangssprachliche Bezeichnung für allzu Betrunkene) zu beklagen: Ein 20-Jähriger musste gegen 9.00 Uhr wegen akuter Alkoholvergiftung vom Bayerischen Roten Kreuz ins Krankenhaus gebracht werden. Der junge Mann war beim Warten vor einem noch geschlossenen Bierzelt völlig alkoholisiert zusammengebrochen.

Auch wenn es keine konkreten Drohungen gibt - an den Volksfesttagen sind rund 500 Polizeibeamte im Einsatz, drei Sperrgürtel sollen für Sicherheit sorgen. Erstmals werden knapp 200 Betonpoller eingesetzt, um das Volksfest gegen mögliche Terror-Anschläge per Fahrzeug abzuschirmen.

Autor: Hartmut Lüning (dpa, afpd)
Redaktion: Rachel Gessat

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