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Politik

Oktober

US-Bomben auf Afghanistan, NATO erklärt zum ersten Mal in der Geschichte den Bündnisfall – der Monat Oktober machte die Zeitenwende seit dem 11. September deutlich.

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Bombenexplosion nördlich Kabuls nach US-Angriff auf Taliban-Stellung im Oktober 2001

Historische Entscheidung

Am 7. Oktober begann der lange erwartete amerikanische Militäreinsatz gegen Stellungen der Taliban in Afghanistan. Noch einmal erklärte die NATO ihre Unterstützung für das amerikanische Vorgehen. NATO-Generalsekretär Robertson: "Der Rat stimmte darin überein, dass, wenn festgestellt wird, dass ein Anschlag aus dem Ausland gegen die Vereinigten Staaten verübt wurde, dieser Anschlag durch Artikel 5 des Vertrags von Washington abgedeckt wird, der besagt, dass wenn ein bewaffneter Angriff auf einen oder mehrere der Verbündeten in Europa oder in Nord-Amerika verübt wird, dieser als ein Angriff auf alle Verbündeten angesehen wird."

Diplomatische Reiseaktivitäten...

An der diplomatischen Front bemühten sich Bundesaußenminister Joschka Fischer und Bundeskanzler Gerhard Schröder darum, die Anti-Terror-Koalition zusammenzuhalten. Mitte des Monats brach Fischer zu einer umfangreichen Reise nach Zentralasien und in den Mittleren Osten auf. Pakistan, Tadschikistan, Saudi-Arabien, der Iran, Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete waren Stationen seiner Reise. Kurz nach ihm trat auch der Bundeskanzler eine Asienreise an, die ihn unter anderem nach Islamabad und Neu-Delhi führte.

... für eine Zeit nach dem Krieg

In den politischen Gesprächen kristallisierte sich immer deutlicher ein Plan für die Post-Taliban-Zeit in Afghanistan heraus. Nach einer Unterredung mit seinem saudischen Amtskollegen fasste Fischer die wichtigsten Punkte zusammen: "Wir waren uns einig, dass es hier vorangehen muss, dass kein Machtvakuum entstehen darf, dass es keinen Rückfall in Zustände Anfang der neunziger Jahre, wo die Bevölkerung noch fruchtbarer zu leiden hatte. Wir waren uns einig, dass eine innerafghanische Lösung gesucht werden soll auf breiter Basis, dass der frühere König Zahir Shah dabei eine wichtige Rolle im Übergang zu spielen hat, dass diese Lösung nicht nur aus Afghanistan heraus kommen muss, sondern auch abgesichert sein soll durch die Interessen der Nachbarn und der internationalen Gemeinschaft und dass es darum geht, dass die Vereinten Nationen eine wichtige Rolle bei der Implementierung und bei der Begleitung dieses Prozesses haben werden, wir waren uns auch bei einig bei den politischen Zielen, dass es eine Regierung sein muss, die Terror nicht mehr unterstützt, die zugleich eine Entwicklungs- und Friedensperspektive für das afghanische Volk bringt."

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