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Afrika

Ohne Sicherheit keine Entwicklung

Afrika ist auch unter Sicherheitsaspekten auf die Agenda der USA geraten. Ein eigenes Militärkommando, AFRICOM, wird seid Oktober 2007 aufgebaut. Es soll afrikanische Staaten beraten und Armeen aus- und fortbilden.

US-Militärausbilder in Afrika (Foto: AP)

Militärausbildung ist eine der Aufgaben von AFRICOM

Immer noch lastet das Erbe des Kalten Krieges auf Afrika. Bürgerkriege wie in Angola, Mosambik, Sierra Leone und Liberia waren eine Folge. Nach dem Aufbrechen der Blöcke standen die meisten Staaten Afrikas ohne politische Ordnung und ohne parlamentarische Erfahrung da. Gründe dafür, dass der Kontinent enorme Sicherheitsrisiken birgt. Die Sahelstaaten sowie einige Staaten Ostafrikas gelten als Rückzugsraum für islamistische Terrorgruppen. Von Krisen und gescheiterten Staaten geht ein enormes Gefahrenpotential aus – Somalia ist das wohl deutlichste Beispiel.

Dreifacher Ansatz

Africom-Zentrale in Stuttgart (Foto: Vince Crawly, U.S. Africa Command

Das Hauptquartier von AFRICOM liegt in Stuttgart

Seit Oktober 2007 haben die USA deshalb ein eigenes Militärkommando für Afrika geschaffen. AFRICOM hat das Oberkommando über alle amerikanischen Operationen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent außer Ägypten. Ein dreidimensionaler Ansatz, wie Botschafterin Mary Carlin Yates betont. Sie vertritt den obersten Militärgeneral William Kip Ward und ist für die zivilen Aufgaben von AFRICOM verantwortlich. AFRICOM verfolge eine Politik der drei großen "D": "Defense, Diplomacy and Development" – Verteidigung, Diplomatie und Entwicklung, das seien die drei Pfeiler, auf denen das AFRICOM basiere.

Sicherheit durch Armutsbekämpfung

Armut in Afrika (Foto: AP)

Armut erhöht das Risiko für Konflikte

Als ehemalige Botschafterin in Ghana kennt Yates den Kontinent gut. In Kürze wird sie in Washington den Beraterstab um Präsident Obama verstärken. Für sie ist wirkungsvolle Armutsbekämpfung Bedingung für das Schaffen von mehr Sicherheit in Afrika. "Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheitsfürsorge, Infrastruktur - alles das ist das Fundament für die Stabilität und die Sicherheit, nach der so viele Menschen in Afrika suchen." In diese Richtung arbeiteten das State Department und auch USAID seit langer Zeit. AFRICOM gehe es darum, sicherheitspolitische Maßnahmen durchzuführen – eng mit afrikanischen Militärs zusammen zu arbeiten, sie auszubilden und die Reform der Sicherheitskräfte auf dem Kontinent voranzubringen.

Terrorgefahr entgegen wirken

Gerade in diesem Bereich gibt es viel zu tun, um beispielsweise Kriseneinsätze der Afrikanischen Union erfolgreicher zu machen. Die US-Politik stützt sich auf Kooperationen mit regionalen Organisationen und ausgewählten bilateralen Partnern. Gemäß der Nationalen Sicherheitsstrategie von 2002 sind Äthiopien, Kenia, Nigeria und Südafrika "Ankerstaaten". Aufgrund ihrer hohen Bevölkerungszahl, ihres Wirtschaftspotentials, ihrer politischen Stabilität sollen sie die Entwicklung auf dem ganzen Kontinent in Gang setzen und voran treiben. Die Zusammenarbeit mit diesen Ländern ist – militärisch, politisch und wirtschaftlich besonders eng. Und mit neun Staaten im Sahel organisiert das AFRICOM gemeinsame militärische Übungen, um der Terrorgefahr entgegen zu wirken. Hier sei auch auf Seiten der afrikanischen Partner das Bewusstsein für die Risiken stark gestiegen, so Yates.

Enge Beziehungen zu "Risikoregionen"

Islamistischer Terror in Somalia (Foto: AP)

In Somalia ist die Sicherheitslage besonders dramatisch

Die USA haben in der Vergangenheit schon oft auf die Existenz von Al Kaida-Gruppen in Somalia hingewiesen. Somalische Banken stehen in Verdacht, die Geldtransfers von Osama bin Laden durchzuführen. Nach dem Irak, Afghanistan und Pakistan gilt das Horn von Afrika aus Sicht amerikanischer Sicherheitspolitiker als "vierte Front" im Kampf gegen den islamistischen Terror – und auch die Sahara-Staaten gelten als Risikoregionen. "Das Militärkommando beobachtet die Al Kaida Aktivitäten sehr genau. Wir unterhalten enge partnerschaftliche Beziehungen zu Staaten, die an dieser stelle Probleme haben", erklärt Yates. Ihrem Eindruck zufolge hätten beide Seiten an diesen Übungen großes Interesse, denn sie verfolgten ein gemeinsames Ziel: dass terroristische Gruppen nicht zur Gefahr für ihre Staaten werden.

Autorin: Ute Schaeffer

Redaktion: Katrin Ogunsade