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Sport

Ohne Lewy geht nichts

Bayern schont in Leverkusen einige seiner Leistungsträger und vermisst seinen Torjäger. So kommt nur ein torloses Unentschieden heraus und die Erkenntnis, dass die derzeit wichtigsten Kräfte in der Arztpraxis sitzen.

Die 32. Minute war irgendwie symptomatisch für diese Partie. Nacheinander vergaben David Alaba, Javi Martinzez und Arturo Vidal innerhalb weniger Sekunden gleich drei hochkarätige Chancen. Der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Wie wenige Minuten später, als Thiago freistehend aus fünf Metern knapp über die Latte köpfte. So trennten sich Bayer Leverkusen und Bayern München im Samstagabend-Spiel der 29. Runde der Fußball-Bundesliga 0:0.

Bayern spielte mit einer besseren B-Mannschaft, Trainer Carlo Ancelotti schonte einige seiner Stars für das Rückspiel in der Champions League gegen Real Madrid am Dienstag (ab 20:30 Uhr MESZ im DW-Liveticker), aber daran lag es nicht. Nicht an Kapitän Philipp Lahm, nicht an Arjen Robben, nicht an Xavi Alonso, die in Leverkusen zunächst auf der Bank saßen. Nicht an Franck Ribery, der die Reise ins Rheinland gar nicht erst antrat und auch nicht am verletzten Abwehrchef Jerome Boateng oder seinem ebenfalls lädierten Kollegen Mats Hummels.

Deutschland Training FC Bayern | Robert Lewandowski (picture alliance/dpa/M. Schrader)

Heimtraining statt Leverkusen: Robert Lewandowski und Franck Ribery waren in Leverkusen nicht dabei

Müller ist kein Mittelstürmer

Es lag daran, dass der Mann fehlte, der zurzeit den Unterschied macht, der neben Torwart Manuel Neuer die absolute Weltklasse verkörpert beim Bundesliga-Tabellenführer: Robert Lewandowski. Nach seiner Schulterverletzung, erlitten vergangenes Wochenende gegen Borussia Dortmund, ist der Top-Torschütze noch immer nicht einsatzfähig. Einer wie er, der in dieser Saison schon 26-mal erfolgreich war, hätte allein in dieser 32. Minute wohl dreimal getroffen.

So dominierten die Bayern die Partie bei den unbequemen Gastgebern, aber der Torerfolg blieb aus. Dreimal hatte allein der wieder glücklose Thomas Müller in der 52., 57. und 65. Minute beste Möglichkeiten, aber auch er scheiterte. Selbst einer wie Müller kann die Lücke nicht schließen. In Topform vielleicht, aber dann mehr aus der Tiefe kommend, nicht als Stoßstürmer ganz vorne drin. "Wir haben drei, vier, fünf klare Chancen. Ich auch, ich entscheide mich dann falsch", schimpfte Müller nach der Partie bei Sky über sich und seine Mannschaftkameraden. "Die Chancen-Ausbeute war fatal. Dann kannst du nicht gewinnen. Ich bin stinkig, dass wir hier kein Tor geschossen habe."

Deutschland Bayer Leverkusen - Bayern München (picture alliance/dpa/F. Gambarini)

Tin Jedvaj (2.v.l.) sieht gelb-rot. Trotzdem kann Bayern nicht gewinnen

Auch Lahm und Robben scheitern

Als Bayer Leverkusen nach einer gelb-roten Karte für Tin Jedvaj nach knapp einer Stunde dezimiert wurde und Ancelotti sofort reagierte und Arjen Robben für den farblosen Douglas Costa brachte, hatte man das Gefühl, dass jetzt bald das Tor fallen würde. Die Münchener Anhänger jedenfalls jubelten bei Robbens Einwechslung, als hätte da gerade einer das 1:0 erzielt. Das allerdings gelang nicht einmal dem Niederländer. Ein paar angedeutete Dribblings, ein paar Sprints, zwei harmlose Kopfbälle - das war´s. Kurz vor Schluss schaufelte Philipp Lahm, wenige Minuten zuvor ins Spiel gekommen, den Ball um Millimeter am langen Eck vorbei. Lewandowski hätte...

Die Bayern müssen jetzt auf ihre medizinische Abteilung hoffen, darauf, dass die Abwehrpfeiler Boateng und Hummels wieder fit werden bis zum Dienstagabend in Madrid. Und vor allem darauf, dass Robert Lewandowski dann wieder zur Verfügung steht. Denn, so unwichtig das Ergebnis in Leverkusen für den Münchener Meisterschaftskampf auch ist, die Partie hat gezeigt, dass der Torjäger an allen Ecken und Ende fehlt. "Ich bin optimistisch bei Lewandowski, bei den anderen müssen wir die nächsten Tage abwarten", macht Ancelotti sich selbst etwas Mut.

Die Höhepunkte der Partie können Sie hier nachlesen.

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