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Ostmitteleuropa

"Ohne den Runden Tisch hätten wir uns gegenseitig umgebracht"

– 15. Jahrestag des Runden Tisches in Polen

Warschau, 6.2.2004 TRYBUNA, poln.

"Ich habe die Idee einer friedlichen Evolution mit Bedacht gewählt", betont Lech Walesa. Er behauptet, dass - wenn es eine identische Situation wie 1989 gebe - er sich mit Sicherheit auch heute an einem Tisch mit Kiszczak, Kwasniewski und Miller gesetzt hätte. "Es gibt keine Zweifel, dass wir uns ohne den Runden Tisch gegenseitig umgebracht hätten", sagt Lech Walesa.

Am Runden Tisch wurde 1989 vereinbart, dass die Demokratisierung des politischen Systems in Polen friedlich stattfinden soll. Die Wahlen zum Senat sollten ganz frei durchgeführt werden und für die Wahlen zum Sejm wurde eine Mandatsverteilung vorgenommen: Die Regierung und die Koalition bekamen 65 Prozent der Mandate und die Opposition 35 Prozent. Die Mitglieder der Solidarnosc-Bewegung nahmen alle Mandate im Sejm in Anspruch und ihnen gelang es, 99 von insgesamt 100 Mandaten im Senat mit Solidarnosc-Mitgliedern zu besetzen. Solch eine Konstellation erlaubte es, im Parlament eine Mehrheitskoalition zu gründen und in Osteuropa die erste nicht kommunistische Regierung einzuberufen, an deren Spitze Tadeusz Mazowiecki als Premierminister stand.

"Das war eine friedliche Lösung, um die Krise zu meistern, die seit zehn Jahren Polen heimgesucht hatte. So etwas fand zum ersten Mal in der neueren Geschichte Polens statt", sagte Mieczyslaw F. Rakowski, der damalige Erste Sekretär der Ponischen Vereinigten Arbeiterpartei. (...) (Sta)

  • Datum 06.02.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4dzM
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