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Politik

"Oh Gott, ein Ossi"

Fast zwei Jahrzehnte liegt der Fall der Berliner Mauer zurück. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres versammelten sich dieser Tage 100 Ost-West-Paare vor dem Brandenburger Tor als "lebender Beweis" für die deutsche Einheit.

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Die zweihundert miteinander verheirateten Ossis und Wessis gaben manch interessante Lebensgeschichte preis. Auffallend: der Ost-West-Faktor spielte und spielt in der Liebe kaum eine Rolle. Auch wenn Heilpraktikerin Dagmar innerlich stöhnte “Oh Gott, ein Ossi”, als sie ihren Kontaktanzeigen-Partner Ronald, einen Ostberliner Zahnarzt, näher kennen lernte. Oder wenn in einer anderen Ehe die eine (Ost) noch vom Broiler und der andere (West) vom Grillhähnchen spricht.

Aufbau-Ost-Minister Wolfgang Tiefensee hatte die Paare zum Fototermin eingeladen und damit den Auftakt für eine Flut von Veranstaltungen zum Mauerfall-Jubiläum gegeben. Viele werden vor der Kulisse des Brandenburger Tores stattfinden, wo am 9. November auch der Mauerfall selbst mit Dominosteinen nachgespielt werden soll.

Symbole der Einheit

Das Brandenburger Tor gilt als Symbol der deutschen Einheit und wird es wohl auch bleiben, selbst wenn eines ferneren Tages das geplante Einheitsdenkmal am Berliner Schlossplatz stehen sollte. Am Brandenburger Tor stellen sich üblicherweise Berlin-Besucher zum obligaten Erinnerungsfoto auf, gern auch in Gesellschaft von Kleindarstellern in alten Uniformen von NVA und Roter Armee. Hier sucht man die Spuren des Betonungetüms, das 28 Jahre lang Westberlin umschloss.

Was manche nicht wissen: Am Brandenburger Tor öffnete sich die Mauer erst relativ spät, nämlich am 22. Dezember. Der symbolische Ort für den Berliner Mauerfall ist die Brücke an der Bornholmer Straße zwischen den Stadtbezirken Wedding und Prenzlauer Berg. Dort drängten am späten Abend des 9.November 1989 Menschenmassen gegen den Grenzübergang, bis ein Grenzoffizier anordnete: “Wir fluten jetzt”.

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