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Aktuell Welt

Offensive der Tuareg-Rebellen in Mali

Französische Truppen haben Anfang 2013 den Vormarsch von Islamisten und Tuareg-Rebellen in Mali gestoppt. Jetzt kommt es wieder zu Kämpfen.

Die aufständischen Tuareg im Norden Malis haben nach eigenen Angaben die Stadt Kidal erobert. "Wir kontrollieren derzeit die ganze Stadt Kidal, wir haben Gefangene", sagte einer der Kommandeure der Extremistengruppe "Nationale Befreiungsbewegung von Azawad" (MNLA), Mohammed Ag Rhissa. Auch seitens der UN-Friedenstruppe hieß es, es sei den Aufständischen offenbar gelungen, die Oberhand zu gewinnen. Die Regierung des afrikanischen Landes äußerte sich dazu bislang nicht.

In Kidal hatte es bereits am Samstag heftige Gefechte zwischen der malischen Armee und Aufständischen gegeben. Acht Soldaten und 28 Rebellen wurden getötet. Die MNLA nahm 32 Verwaltungsangestellte als Geiseln. Die Regierung schickte daraufhin 1500 Soldaten in die Rebellenhochburg. Die Entführten kamen dann am Montag wieder frei. Nach Angaben der malischen Regierung werden die Tuareg von militanten Islamistengruppen unterstützt.

Appell von Ban Ki Moon

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen. Er sei "tief beunruhigt" über die Gewalteskalation, ließ Ban über seinen Sprecher Stephane Dujarric mitteilen. Ban rief die Konfliktparteien zudem auf, ein im Juni 2013 vereinbartes Waffenstillstandsabkommen zu befolgen.

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Frankreich griff im Januar vergangenen Jahres militärisch ein, um ein Vorrücken islamistischer Kämpfer und der Tuareg-Rebellen zu stoppen. Zusammen mit Soldaten aus anderen afrikanischen Staaten vertrieb die französische Armee die Aufständischen aus den großen Städten des von ihnen kontrollierten Nordens. Die Sicherheitslage ist aber nach wie vor angespannt.

Französische Soldaten in Mali (Foto: Reuters)

Französische Soldaten in Mali

Angesichts der jüngsten Entwicklung verstärkte die französische Armee ihre Präsenz in der Region. Etwa 30 Soldaten wurden am Dienstag nach Kidal entsandt. Etwa hundert Einsatzkräfte sollen zudem in die Stadt Gao geschickt werden, wie die Armee ankündigte. Rund 1000 französische Soldaten sind bereits in der Stadt stationiert.

Die Regierung in Paris hatte zudem angekündigt, wegen der angespannten Lage die Neuverteilung der am Militäreinsatz "Serval" in Mali beteiligten Kräfte hin zu einem breiter angelegten Einsatz in mehreren Staaten der Sahelzone "um einige Wochen" zu verschieben. Geplant ist die Verlegung von rund 3000 Soldaten zum Kampf gegen Islamisten in der Sahelzone.

wl/re (dpa, rtr)