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Wirtschaft

Oetker - der Name verpflichtet

Richard Oetker hat seit Jahresbeginn die Leitung des Konzerns von seinem Bruder August übernommen. Es ist ein Stabwechsel, aber kein Generationenwechsel, heißt es aus dem Unternehmen.

Richard Oetker (Foto: Oetker)

Richard Oetker - der neue Chef in Bielefeld

Beim Oetker-Konzern in Bielefeld ist es Tradition, den Chefposten mit 65 Jahren an einen Jüngeren in der Familie abzugeben. 30 Jahre lang leitete August Oetker das Unternehmen, zu Beginn des Jahres folgte ihm sein Bruder Richard. Ihm fällt nun die Aufgabe zu, den vom Backpulver-Abfüller zum Familienimperium mit Pizza, Pudding, Bier, Containerschiffen, Bankhäusern und Nobelhotels gewachsenen Konzern zu lenken. Dass Richard Oetker die Leitung übernahm, kam für viele Beobachter überraschend. Denn mit ihm trat ein Familienmitglied ins Rampenlicht der Öffentlichkeit, dessen Leben durch einen Schicksalsschlag geprägt ist. Mitte der siebziger Jahre wurde Richard Oetker entführt. Gegen ein Millionen-Lösegeld kam er frei, er entging nur knapp dem Tod.

Seit Jahren arbeitet der Diplom-Braumeister Richard Oetker im Konzern – eher leise und fernab der Öffentlichkeit. Das hat sich nun schlagartig geändert. Der 58jährige räumt ein, dass er kein Mensch sei, den es in die Öffentlichkeit dränge. Aber, das gehöre nun mal jetzt dazu: "Und das erwarten die Mitarbeiter letzten Endes auch."

Das Krisenjahr 2009 hat Spuren hinterlassen

Pizzen auf einem Abfertigungstisch im Werk (Foto: Oetker)

Pizzen sind der Renner

Der fröhliche, humorvolle, ein Meter Neunzig-große Mann hat das Zepter bei Oetker nun in der Hand. Die Herausforderungen sind nicht eben klein. Denn auch der Oetker-Konzern hat die Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Ein Sorgenkind ist wohl die zum Imperium gehörende Reederei Hamburg Süd, die mit einigen Einbußen rechnen muss, wie auch die Brauerei-Gruppe Radeberger – denn die Deutschen trinken weniger Bier! Dafür läuft es aber auf anderen Feldern im wahrsten Sinne des Wortes: rund. Seit zwei Jahren ist das Bielefelder Unternehmen unter dem Namen "Cameo" sogar Marktführer im Pizza-Mutterland Italien. Die Tiefkühlpizzen sind weltweit der Renner. Eine Pizza-Salami könne in zahlreiche Länder verkauft werden, sagt Richard Oetker. Während allerdings ein Schokoladenpudding mit deutscher Rezeptur nicht eben jeden Geschmack treffe.

Chakalaka - rechtzeitig zur Fußball-WM

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika wirft ihre Schatten voraus. Sogar bis nach Bielefeld. Und so wird die Oetker-Nahrungsmittel KG zum Auftakt eine besondere Tiefkühlpizza auf den Markt bringen: eine mit Chakalaka. Dabei handelt es sich um eine Gewürzmischung, die einst in den Schwarzensiedlungen von Johannesburg gemischt wurde. Mit Südafrika sei der Konzern dann auf allen Kontinenten der Welt vertreten, sagt Richard Oetker und fügt schmunzelnd hinzu: außer in der Antarktis.

Standort D wird weiter gestärkt

Firmengebäude bei Bielefeld Foto: Oetker)

Das Werk in Bielefeld wird gestärkt

Für die Oetker-Nahrungsmittel KG waren die Geschäfte im Ausland ohnehin im vergangenen Jahr besser als in Deutschland. Hierzulande ging der Umsatz sogar etwas zurück. Dennoch, betont Richard Oetker, der Produktionsstandort Deutschland werde weiter ausgebaut. Und das könne in erster Linie dadurch geschehen, sagt der Firmenchef, weil auch Waren aus deutschen Produktionsstätten ins Ausland exportiert würden. "Das muss natürlich letzten Endes für den Ausländermarkt bezahlbar sein. Das ist nicht immer ganz einfach. Aber wir wollen den deutschen Standort auf alle Fälle stärken."

Rund 10.000 Menschen arbeiten für Dr. Oetker Nahrungsmittel weltweit. Trotz Krisenjahr 2009 legte ihre Zahl zu, allein in Deutschland wurden 100 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Autorin: Monika Lohmüller

Redaktion: Klaus Ulrich