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Wirtschaft

OECD sieht Gefahren für die Weltwirtschaft

Gegensätzlicher können Einschätzungen nicht sein: Während die OECD die Eurokrise als die größte Gefahr für die Weltwirtschaft ansieht, gibt sie der deutschen Wirtschaft gute Noten.

OECD-Logo

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Die Krise in der Euro-Zone birgt nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nach wie vor das größte Abwärtsrisiko für die Weltwirtschaft. In ihrem neuen Wirtschaftsausblick für die 34 führenden Industrie- und Schwellenländer, der am Dienstag (22.05.2012) in Paris vorgestellt wurde, geht die Organisation zwar nach wie vor von einem weltweiten Wachstum in diesem Jahr von 3,4 Prozent aus. Für die Euro-Zone senkte sie ihre Prognose jedoch und erwartet nun einen Rückgang beim Wachstum um 0,1 Prozent.

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OECD warnt vor Rezession

In der Währungsunion habe der nötige Reformprozess zwar begonnen, er werde aber durch ein schwaches Wirtschaftswachstum gebremst, schreiben die OECD-Volkswirte. "Vor diesem Hintergrund wächst die Gefahr eines Teufelskreises, der durch eine hohe und steigende Staatsverschuldung, ein schwaches Bankensystem, eine exzessive Sparpolitik und ein niedrigeres Wachstum in Gang gesetzt werden könnte." Die Staatsschuldenkrise sei noch nicht gebannt. "Sie stellt nach wie vor den größten Risikofaktor für die Weltwirtschaft dar."

Sparwille hat Grenzen

Die jüngsten Wahlen in Ländern wie Griechenland und Frankreich zeigten eine zunehmende Reformmüdigkeit im Währungsraum. "Die Toleranz gegenüber einer rigiden Sparpolitik könnte bald ihre Grenzen erreicht haben", warnen die OECD-Volkswirte. Deshalb müssten Anstrengungen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und Strukturreformen Hand in Hand gehen, "damit dieser Prozess so wachstumsfreundlich wie möglich ist".

Während also für die Eurozone nach Einschätzung der OECD nur geringe Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung besteht, fällt der Länderbericht für Deutschland ungleich besser aus. "Nach einem dynamischen Auftakt zu  Jahresbeginn dürfte sich die Wirtschaftstätigkeit im Zuge der Festigung des Vertrauens und Belebung der Binnennachfrage weiter kräftigen", heißt es in der OECD-Prognose.

Prognose mit Risiken

"Die soliden Arbeitsmarktergebnisse, die geringe Notwendigkeit eines Schuldenabbaus und günstigen Finanzierungsbedingungen werden zur Belebung des privaten Konsums und der Investitionen beitragen", schreiben die OECD-Volkswirte weiter. Für das laufende Jahr rechnen sie mit einem Wachstum von 1,2 Prozent, das sich im nächsten Jahr sogar auf 2,0 Prozent beschleunigen könnte.

Dennoch sei diese Prognose für Deutschland mit Risiken behaftet. "Das größte Abwärtsrisiko betrifft die internationalen Entwicklungen. Insbesondere könnten weitere Spannungen an den Märkten für Staatsanleihen im Euroraum die Bilanzverfassung der inländischen Banken verschlechtern und restriktivere Finanzierungsbedingungen zur Folge haben. Steigende Ölpreise könnten die Binnennachfrage in Mitleidenschaft ziehen."

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