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Aktuell Welt

OECD mahnt zu Anstrengungen beim Klimaschutz

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schlägt Alarm: Ohne weitere internationale Maßnahmen zum Klimaschutz drohen globale Umweltschäden.

Nach einer neuen OECD-Studie kann der Klimawandel durch die bisher international vereinbarten Maßnahmen nicht gestoppt werden. Ohne weitergehende politische Beschlüsse drohten globale Umweltschäden - und diese Entwicklung sei unumkehrbar.

In dem in Berlin vorgestellten Papier heißt es weiter, die weltweite Wirtschaftsleistung werde sich bis zum Jahr 2050 vervierfachen. Gleichzeitig werde die Weltbevölkerung um voraussichtlich 2,3 Milliarden Menschen wachsen.

Ohne umfassende Gegenmaßnahmen steige dadurch der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen um etwa 50 Prozent. Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, "wäre nicht zu halten", sagt Heino von Meyer vom Berliner OECD-Büro. Stattdessen müsse mit einem Temperaturanstieg von drei bis sechs Grad Celsius gerechnet werden. Die Beschlüsse der jüngsten Weltklimagipfel in Kopenhagen und Cancún seien nicht ausreichend, um eine solche Erwärmung zu verhindern.

Gefahren durch schlechtere Luft

Hinzu komme ein wichtiger weiterer Aspekt: Ohne einschneidende Auflagen würden ab 2050 jährlich rund 3,6 Millionen Menschen an den Folgen einer massiven Feinstaubbelastung sterben. Das sind doppelt so viele wie derzeit. Die Luftverschmutzung in den Städten, wo 2050 zwei Drittel der dann neun Milliarden Menschen leben würden, werde somit für den Großteil aller umweltbedingten Todesfälle verantwortlich sein.

Eine Energiewende, die auch die Luftqualität verbessern könnte, sei aber weltweit nicht in Sicht. Auch 2050 würden noch 85 Prozent der Energie aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas gewonnen, nur zehn Prozent aus erneuerbaren Energien. Zum Vergleich: Deutschland will dann 80 Prozent seines Stroms aus Wind, Wasser oder Sonne gewinnen.

Wie könnte man Entwicklung ändern?

Als effektive Gegenmaßnahmen schlägt die OECD unter anderem einen weltweiten Handel mit Treibhausgas-Verschmutzungsrechten vor - wie es dies bereits in der EU gebe. Zudem dürften umweltschädliche Subventionen - etwa in der Landwirtschaft - international nicht mehr gegeben werden.

Nötig seien zudem eine stärkere Förderung von Öko-Innovationen sowie die Verteuerung der Umweltverschmutzung. So werde eine entsprechende Gebühr für den Ausstoß des Klimakillers CO2 den Anstieg des Wirtschaftswachstums in den Industrieländern bis 2050 nur um zwei Prozent verringern - den Treibhausgas-Ausstoß jedoch um 84 Prozent.

hp/sti (dpa, rtr)