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Wirtschaft

OECD: Flüchtlinge ändern den Arbeitsmarkt

Die Zeit sinkender Arbeitslosigkeit in Deutschland geht langsam zu Ende. Das prognostiziert die OECD und sieht als Grund: die hohe Zahl der Flüchtlinge im Land.

Seit sieben Jahre sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland, die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Derzeit liegt sie bei nach europäischer Berchnungsmethode bei 4,3 Prozent – und damit dürfte der Abwärtstrend ein Ende haben. Jedenfalls rechnet die OECD damit, dass es in der zweiten Hälfte dieses Jahres so weit sein wird. Der jüngste Beschäftigungsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung deckt sich da mit Prognosen deutscher Fachleute für den Arbeitsmarkt.

Mehrere hunderttausend Flüchtlinge sind allein im Laufe der letzten zwölf Monate nach Deutschland gekommen, und die ändern die Lage auf dem Arbeitsmarkt, so die Experten. Zwar würden die Neuankömmlinge erst langsam auf dem Arbeitsmarkt auftauchen. Allerdings dürften sie zunächst meist als Arbeitslose geführt werden. Denn bis Sprachkenntnisse und Ausbildung ausreichend für normale Jobs seien, würde es meist wohl länger dauern.

Wieder auf Vorkrisenniveau

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland liegt derzeit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von gut 60 Prozent. In Deutschland wird sie im laufenden Jahr veraussichtlich über 65 Prozent steigen. Das schlägt sich auch in den Löhnen nieder: Anders als im OECD-Mittel sind die deutschen Reallöhne seit 2011 deutlich gestiegen. Ende 2015 lagen sie den Angaben zufolge 14 Prozent über dem Stand von 2007, also vor der Finanzkrise.

Insgesamt sind auf dem Arbeitsmarkt die Folgen der Finanzkrise von 2008 laut OECD weitgehend überwunden. In dem jetzt veröffentlichten Ausblick heißt es: "Der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter dürfte 2017 – nahezu zehn Jahre nach Beginn der globalen Finanzkrise – wieder sein Vorkrisenniveau erreichen." Die Arbeitsmarktbedingungen in den OECD‑Ländern verbesserten sich weiter, so der Bericht, allerdings bleibe die Lage in den Mitgliedsländern nach wie vor sehr unterschiedlich.

ar/ul (dpa, OECD)

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