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Arbeit

OECD: Deutsche ächzen unter Abgabenlast

Steuern und andere Abgaben sind in Deutschland weit höher als in fast allen Ländern der OECD. Für einen Alleinstehenden machen sie bereits 49,4 Prozent seines Arbeitseinkommens aus. Hoch sind auch die Arbeitskosten.

Von den 35 Mitgliedsländern der OECD steht nur Belgien in Sachen Steuer- und Abgabenlast noch schlechter da als Deutschland. Im Schnitt aller Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) musste 2016 ein Normalverdiener 36 Prozent seines Lohns für Steuern und andere Abgaben zahlen. Der Wert blieb nahezu unverändert im Vergleich zum Jahr zuvor.

Nicht nur für allein Lebende sondern auch für eine Durchschnittsfamilie mit Eltern und zwei Kindern gilt: Die Abgabenlast in Deutschland ist meist höher als in den anderen Industrieländern. Das liegt nach Angaben der OECD vor allem an den hohen deutschen Sozialabgaben für Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Teure Schweiz - niedrige Abgaben

Nicht immer übrigens sind in Ländern, in denen das Leben teuer ist, auch die Abgabenlasten hoch. Beispiel Schweiz: Hier sind die Gehälter relativ hoch und doch ist die Steuer- und Abgabenlast gering. Die Schweiz liegt weit unter dem OECD-Durchschnitt und bei einem kinderlosen Single noch hinter Südkorea.

Volksentscheid Schweiz Symbolbild Mindestlohn Gastronomie (picture-alliance/dpa)

Schweiz: teurer Alltag, höhe Löhne, geringe Abgaben

Die Abgaben wirken sich auch direkt auf die Arbeitskosten aus, und die sind in Deutschland deutlich höher als im EU-Durchschnitt. Vor allem in der Industrie spielt dieser Vergleich eine große Rolle, weil Deutschland hier stark im internationalen Wettbewerb steht. Das Statistische Bundesamt hat jetzt errechnet, dass eine Arbeitsstunde im deutschen verarbeitenden Gewerbe durchschnittlich 38,70 Euro kostet - 47 Prozent mehr als im EU-Mittel.

Hohe Arbeitskosten

Die Arbeitskosten setzen sich aus dem Bruttoverdienst und den Lohnnebenkosten zusammen, und in diese Nebenkosten fließen unter anderem Beiträge der zur Sozialversicherung ein. Die müssen in Deutschland Arbeitgeber ebenso bezahlen wie Arbeitnehmer.  

Jobwunder (picture-alliance/dpa/C. Rehder)

Arbeit in Deutschland: höhere Kosten als im Durchschnitt

Insgesamt lagen die Arbeitskosten für Industrie und Dienstleister im Land 2016 nach Angaben der deutschen Statistiker rund 30 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Dabei kletterten diese Kosten in Deutschland auch fast doppelt so stark wie im gesamten Euro-Raum. Allerdings kostet eine Arbeitsstunde vor allem in den Ländern Ost-Europas immer noch deutlich weniger. Zum Vergleich: In Rumänien stiegen die Arbeitskosten zwar kräftig um 10,6 Prozent, sie lagen aber nur bei 5,40 Euro pro Stunde. In Bulgarien betrugen sie nur 4,40 Euro und damit nur rund ein Zehntel im Vergleich zu Dänemark, wo die Kosten mit 43,40 Euro am höchsten waren.

ar/ul (rtr, dpa)

 

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