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Aktuell Welt

Odessa brennt, Slowjansk belagert

"Wir werden nicht nachlassen", erklärt der ukrainische Innenminister Awakow am Morgen. Der Einsatz gegen die Aufständischen im Osten gehe weiter. In der bislang ruhigen Stadt Odessa starben mindestens 31 Menschen.

Innenminister Arsen Awakow nutzte erneut seine Facebook-Seite, um über den jüngsten Stand zu informieren. Danach habe das ukrainische Militär seine Offensive gegen die prorussischen Separatisten im Osten des Landes fortgesetzt. Am Samstagmorgen hätten die Sicherheitskräfte einen Einsatz gegen Aufständische nahe der Stadt Kramatorsk gestartet. Dabei hätten sie einen Fernsehturm unter ihre Kontrolle gebracht. Zu möglichen Todesopfern oder Verletzten machte Awakow keine Angaben. Das russische Fernsehen berichtet, nach Schusswechseln seien mehrere Menschen in Krankenhäuser gebracht worden.

Offensive in Slowjansk

Hubschrauber der Zentralregierung beim Einsatz bei Slowjansk

Am Freitag hatten die Sicherheitskräfte ihre Offensive im Osten des Landes begonnen. Vor allem um die Rebellenhochburg Slowjansk in der Nähe von Kramatorsk lieferten sich die Einheiten hefige Gefechte mit den Separatisten, die in den vergangenen Wochen zahlreiche Verwaltungsgebäude unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Nach Angaben der Regierung schossen Aufständische zwei Hubschrauber ab, zwei Soldaten starben. Auch unter den Rebellen gab es Tote.

Neuer Schauplatz Odessa

Auch in Odessa am Schwarzen Meer, wo es bislang relativ ruhig geblieben war, eskalierte die Situation. Nach Protesten dort ging ein Gewerkschaftsgebäude in Flammen auf. Die Polizei sprach anschließend von 31 Toten. Bei Kämpfen zwischen prorussischen Aktivisten und Anhängern der Regierung in Kiew waren zuvor in Odessa vier Menschen getötet worden. In Agenturberichten ist von schweren Straßenschlachten die Rede, bei denen auch etwa 200 Menschen verletzt wurden, wie das Innenministerium der früheren Sowjetrepublik mitteilte. Rund 130 Beteiligte der Ausschreitungen am Freitagabend wurden festgenommen.

Die Behörden verhängten eine dreitägige Trauer. Die ehemalige Regierungschefin Julia Timoschenko reiste nach Odessa, um sich ein Bild von der Lage zu machen, wie ihre Partei mitteilte.

"Unverzügliche Auskunft"

Russland machte die prowestliche Führung in Kiew sowie ukrainische Nationalisten für die Eskalation verantwortlich. Das Außenministerium in Moskau forderte von den Behörden des Nachbarlandes "unverzügliche Auskunft" darüber, ob unter den Opfern auch Russen seien.

Aber in dieser Situation ist es schwierig, ein neutrales und genaues Bild der Lage und einen Überblick über mögliche Opferzahlen zu bekommen. Denn auch die moskautreuen Kämpfer geben regelmäßig ihre Einschätzung der Lage an die Journalisten vor Ort weiter. So berichteten sie am Samstag, in der Stadt Slowjansk sei mindestens ein Aktivist erschossen worden.

ml/jj (dpa, rtr)