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Aktuell Asien

Occupy-Central-Gründer in Hongkong stellen sich der Polizei

Nachdem die Occupy-Central-Gründer die Demonstranten in Hongkong zum Ende der Proteste aufgerufen hatten, haben sie sich nun der Polizei gestellt. Ist die Demokratiebewegung nun am Ende?

Benny Tai (rechts im Bild) und die beiden weiteren Mitbegründer von "Occupy Central", Chan Kin Man (2. v. r.) und Chu Yiu Ming (2. v. l.), stellten sich in einer Polizeistation unweit des belagerten Finanzzentrums den Behörden. Begleitet wurden sie vom früheren katholischen Bischof der ehemaligen britischen Kronkolonie, Kardinal Joseph Zen. Nach der Aufnahme ihrer Personalien konnten sie die Wache verlassen.

Tai hatte die Studenten in der chinesischen Sonderverwaltungszone am Dienstag aufgerufen, ihre Proteste zu beenden und stattdessen "tiefe Wurzeln" in der Gesellschaft zu schlagen. Wegen der "außer Kontrolle geratenen" Polizeigewalt sei es für die Demonstranten an der Zeit, "diesen gefährlichen Ort" zu verlassen: "Unsere jungen Mitbürger haben ihre Körper den Schlägen der Polizeiknüppel entgegengestellt, ihr Blut und ihre gebrochenen Knochen bereiten uns allergrößte Sorge."

Empörung und Hungerstreik

Am Montag waren die seit Wochen andauernden Proteste wieder eskaliert. Um die teilweise Blockade der Innenstadt aufzulösen, war die Polizei mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen Demonstranten vorgegangen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Hongkongs Verwaltungschef Leung Chun Ying warnte die demonstrierenden Studenten davor, zu den Barrikaden zurückzukehren und kündigte ein "entschlossenes Handeln" der Polizei an. Daraufhin hatten die Occupy-Gründer ihre Anhänger aufgerufen, sich von den blockierten Straßen zurückzuziehen. Am Dienstag hatte dagegen Studentenführer Joshua Wong angekündigt, in einen Hungerstreik zu treten, um der Forderung nach einer Reform des Wahlrechts Nachdruck zu verleihen.

Joshua Wong, Anführer der Demokratiebewegung in Hongkong (Foto: AFP)

Studentenführer Joshua Wong trat am Dienstag in den Hungerstreik

Die "Kapitulation" der Occupy-Central-Gründer stieß bei einigen Mitstreitern auf Empörung. "Sie haben uns aufgegeben", sagte eine enttäuschte Demonstrantin namens Wong. "Das ist ein Verrat an allem, wofür wir uns die ganze Zeit eingesetzt haben", schimpfte ein anderer Protestteilnehmer namens Raymond Tsang. "Wir sollten das Ende der Kampagne nicht in Betracht ziehen, bis es ein echtes Ergebnis gibt."

Wong will über Ende der Proteste diskutieren

Studentenführer Joshua Wong, eines der prominentesten Gesichter der "Regenschirm-Revolution", wählte veröhnlichere Töne. Nach der Rückzugserklärung der drei Occupy-Gründer würden die Studentenverbände deren Ruf nach einem Ende der Proteste zumindest "diskutieren". Außerdem hielt er Benny Tai zugute, dass es "ohne ihn heute keine Regenschirm-Bewegung gäbe".

Die Demokratiebewegung in Hongkong verlangt den Rücktritt von Verwaltungschef Leung. Zudem protestieren die Demonstranten dagegen, dass die Regierung in Peking bei der Wahl seines Nachfolgers 2017 nur vorab bestimmte Kandidaten zulassen will. Auf dem Höhepunkt der Demonstrationen waren bis zu 100.000 Menschen auf die Straßen gegangen.

cr/uh (rtr, afp)