″Oben-ohne-Protest″ in Buenos Aires | Aktuell Amerika | DW | 08.02.2017
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Diskriminierung

"Oben-ohne-Protest" in Buenos Aires

Gleiches Recht für Männer und Frauen - dafür sind in Buenos Aires Frauen halbnackt auf die Straße gegangen. Hintergrund war eine Polizeiaktion an einem Stadtstrand.

Es war ein ungewöhnliches Bild am Obelisken der zentral gelegenen Placa de la República: Dutzende Frauen "oben ohne", begleitet von hunderten "voll bekleideten" Menschen demonstrierten für das Recht, halbnackt sonnenbaden zu dürfen. Im Januar hatten Polizisten am nahegelegenen Stadtstrand Frauen ohne Oberteil aufgefordert, das Gelände zu verlassen.

Schon in den vergangenen Wochen hatte es im ganzen Land immer wieder kleinere Protestaktionen gegen das Vorgehen der Polizei gegeben. Allerdings ist unklar, ob das argentinische Recht öffentliches "Oben-ohne" erlaubt oder verbietet. Die Polizei hatte einen Paragrafen zitiert, wonach "obzönes Zurschaustellen" verboten sei. Mindestens ein Richter entschied dagegen nach dem Vorfall, das Verhalten am Strand sei nicht kriminell.

Kritik am Macho

Die Frauen argumentieren, dass Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben sollen, auch beim "Oben-ohne-Baden". Sie zeigten Plakate mit der Aufschrift: "Die einzigen Brüste, über die sie sich aufregen, sind nicht zu kaufen." Die Demonstrationen folgen den Massenprotesten gegen Frauenmorde in Argentinien im vergangenen Jahr. Damals gingen Zehntausende auf die Straßen. Anlass war die Vergewaltigung und der Mord an einer 16-Jährigen.

Die Polizeiaktion am Strand zeige die soziale Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in Argentinien, so die Demonstrantinnen in Buenos Aires. "Wenn eine Frau Missbrauch oder Gewalt meldet, hören sie nicht zu. Wenn sie aber ihre Brüste zeigt, wird gleich nach der Polizei gerufen", sagt die Fotografin Grace Piquet, die auf ihren Rücken geschrieben hat: "Brüste sind kein Verbrechen."

fab/nin (rtre, APE)