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Aktuell Deutschland

"Obelix" macht seinen Weg

Mannshoch und 100 Kilogramm schwer, vier Räder unter der Bodenplatte und ziemlich selbstständig: Das ist der Fußgänger-Roboter "Obelix". Eine Weltneuheit, sagen seine Entwickler.

Seinen Praxistest hat "Obelix" bestanden. Vier Kilometer rollte er durch die City der Universitätsstadt Freiburg im Breisgau. 90 Minuten brauchte er für die Strecke. Einer der Schnellsten ist er also nicht. Aber: Der durch Laser-Sensoren gesteuerte "Obelix" merkt sich bei seinen Ausflügen die Wege. Mit den dabei gesammelten Informationen stellt er sich bei späteren Touren ohne fremde Hilfe die passende Route zusammen. Er scannt mehrmals pro Sekunde dreidimensional seine Umgebung. Ist etwas im Weg, weicht er aus, und sich sagen lassen muss "Obelix" auch nichts.#video#

"'Obelix' ist in der Lage, sich vom Startpunkt bis zum vorgegebenen Ziel autonom einen Weg zu suchen", sagte Informatikstudent Bastian Steder, der den Roboter zusammen mit anderen Studenten und Professoren entwickelt hat.

Praxistauglichkeit steht noch aus

Ganz autonom? Nun, noch ist "'Obelix' nicht in der Lage, rote Ampeln zu erkennen. Auch Treppen, die höher sind als drei Zentimeter, kann er nicht überwinden. Hinzu kommen rechtliche Fragen: Wer haftet, wenn der Roboter in einen Unfall verwickelt wird? Wie kann er sich vor Diebstahl schützen?

Die Vision hinter "Obelix": Roboter wie er können Menschen einen Fußmarsch ersparen. Sie machen sich alleine auf den Weg, können Botengänge oder Einkäufe erledigen, als Stadtführer eingesetzt werden oder als helfende Hand für ältere Menschen oder Rollstuhlfahrer dienen. Oder Kinderwagen schieben.

Universitäten aus Deutschland, Großbritannien, Belgien und der Schweiz haben sich zusammengetan, um die Idee zu verwirklichen. Mehr als sechs Millionen Euro wurden in den vergangenen drei Jahren in das Projekt investiert. Die Federführung lag bei der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Entwickler machen weiter

Marktreif ist "Obelix" aber noch nicht. Einer Serienproduktion stehen vor allem die hohen Kosten im Wege, sagt Projektleiter und Informatikprofessor Wolfram Burgard. Für den Bau eines Roboters müssten derzeit 125.000 Euro angelegt werden. Zu viel, um die Technik auch im Alltag ankommen zu lassen. Aber, so Burgard, die gesammelten Erkenntnisse würden auf jeden Fall in weitere Entwicklungen fließen.

Übrigens: Wildschweine jagen kann "Obelix" – im Gegensatz zu seinem gallischen Namensvetter – auch nicht. Noch nicht!

gmf/hp (dpa)