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Politik

Obamas neuer Brückenschlag zu Muslimen

US-Präsident Obama hat Indonesien als leuchtendes Beispiel für eine dynamische Demokratie mit religiöser Toleranz gelobt. In Jakarta sprach er sich nochmals für einen Neuanfang zwischen Muslimen und dem Westen aus.

Obama während seiner Rede in der Universität von Jakarta (Foto: AP)

Obama wirbt um Vertrauen

Für sein einstiges Heimatland Indonesien hat sich der amerikanische Präsident Barack Obama wenig Zeit genommen - knapp 20 Stunden verbrachte er dort. Sein Anliegen hatte dennoch Gewicht.

Mit einem Aufruf zu religiöser Toleranz und gegenseitigem Respekt ging Obama am Mittwoch (10.11.2010) in einer Rede vor 6000 Studenten und Dozenten der Universität in Jakarta abermals auf die muslimische Welt zu. Er knüpfte an seine berühmte "Rede von Kairo" vom Juni 2009 an, als er zu einem Neuanfang in den Beziehungen zwischen den USA und muslimischen Ländern aufgerufen hatte.

Obama wirbt für Verständnis zwischen Religionen

Obama in der Uni von Jakarta (Foto: AP)

Obama will Spannungen zu Muslimen abbauen

Er wolle sich für neues Vertrauen zwischen dem Islam und der westlichen Welt einsetzen, das durch die Terroranschläge vom 11. September in den USA und die Kriege in Afghanistan und Irak belastet sei, betonte Obama in der indonesischen Hauptstadt. "Ich habe klar gemacht, dass Amerika sich weder jetzt noch in der Zukunft auf Kriegsfuß mit dem Islam befindet. Die USA führen einen Krieg gegen den Terrorismus", sagte er und ermahnte die Indonesier, im Kampf gegen den Terror nicht nachzulassen. "Unschuldige Menschen in den USA, in Indonesien und in anderen Ländern sind Zielscheibe brutaler Extremisten. Wir müssen alle zusammen El Kaida und deren Verbündete besiegen. Dies ist nicht allein Aufgabe der USA."

US-Präsident lobt Toleranz

Der US-Präsident erinnerte auch an seine Kindheit in Jakarta. "Obwohl mein Stiefvater Muslim war, war er fest davon überzeugt, dass alle Religionen Respekt verdienen." Auf diese Weise habe sein Stiefvater den Geist der religiösen Toleranz reflektiert, der in der Verfassung Indonesiens festgeschrieben sei. In Indonesien blühe der Islam, aber daneben existierten friedlich andere Religionen. Dieser Geist werde auch durch "eure Moscheen und Kirchen und Tempel symbolisiert", ergänzte er.

Obama, seine Frau Michelle und Imam Ali Mustafa Yaqub vor der Istiqlal-Moschee in Jakarta, der größten Moschee Südostasiens (Foto: AP)

Obama und seine Frau Michelle mit dem Imam der Istiqlal-Moschee in Jakarta, der größten Moschee Südostasiens

Das Publikum nahm die Rede mit höflichem Applaus auf. Begeisterung kam immer dann auf, wenn Obma kurz in Kindheitserinnerungen schwelgte und ein paar Sätze auf Indonesisch einstreute. Die Popularität Obamas ist in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen, vor allem, nachdem er seinen angekündigten Besuch in diesem Jahr bereits zweimal in letzter Minute abgesagt hatte.

Der US-Präsident hatte im Alter von sechs bis zehn mit seiner Mutter und dem indonesischen Stiefvater in Jakarta gewohnt, bevor er zur weiteren Schulausbildung zu den Großeltern nach Hawaii ging.

Indonesien ist das größte muslimisch geprägte Land der Welt. Etwa 200 der 240 Millionen Einwohner bekennen sich zum Islam. Weitere in dem Inselstaat vertretene Religionen sind das Christentum, der Hinduismus und der Buddhismus.

Autorin: Susanne Eickenfonder (mit kna, rtr, dpa, afp)
Redaktion: Ursula Kissel

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