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Politik

Obamas Frühstück im Strip-District

Zur amerikanischen Esskultur gehören Hamburger, Cola und Pfannkuchen. Ein Pancake-Restaurant in Pittsburgh, jener Stadt, die den G20-Gipfel ausrichten wird, erfreut sich seit einem Besuch Obamas besonderer Beliebtheit.

Jeder Platz im Pancake-Restaurant ist besetzt (Bild: Miodrag Soric)

In Pamela's Restaurant herrscht stets Andrang

Menschen vor Pamela's Pancake-Restaurant (Bild: Miodrag Soric)

Schlange stehen für Pfannkuchen

Samstag, acht Uhr früh in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania. Im so genannten Strip-District - der nichts mit einem Rotlichtviertel zu tun hat - feilschten noch vor wenigen Jahrzehnten Händler mit Lkw-Ladungen von Kartoffeln, Äpfeln, Mais oder Gemüse. Es war leicht verdientes Geld - hunderttausende von Arbeitern in der einstigen Stahl- und Kohlemetropole mussten mit Lebensmitteln versorgt werden. Aus dem früheren Großmarkt wurde inzwischen ein Basar mit italienischen oder chinesischen Lebensmittelläden, Kunstwerkstätten, Kleinhändlern aller Art sowie mehreren Restaurants.

Jeder Tisch besetzt

Ein Pfannkuchen (Foto: Miodrag Soric)

Der Pancake mit Sirup gehört zur amerikanischen Esskultur wie der Hamburger

Angesiedelt hat sich im Strip-District auch eine Gastwirtschaft mit dem Namen "Pamela's", die Frühstück mit Pfannkuchen anbietet - im Amerikanischen Pancakes genannt. Im Restaurant ist jeder Stuhl, jeder Tisch besetzt. Die Einrichtung ist einfach, die Wände geschmückt mit Schwarz-Weiß-Bildern aus den 1950-er Jahren. Die Fotos dokumentieren die Jugend der inzwischen gealterten Schwestern Pamela Cohen und Gail Klingensmith. Beiden gehört das Pancake-Restaurant, das inzwischen etwa ein Dutzend Mitarbeiter beschäftigt. Kellnerinnen rennen von Tisch zu Tisch, nehmen Bestellungen auf, bringen Kaffee oder Orangensäfte – sowie die berühmten Pfannkuchen. Seitdem hier vor wenigen Monaten der amerikanische Präsident Barack Obama frühstückte, hat das Lokal unter Einheimischen eine Art Kultstatus. Der Präsident soll sehr auf seine Figur geachtet haben, verzichtete auf Sirup oder Marmelade, heißt es im Lokal.

Lebensmittelstände im Strip-District (Foto: Miodrag Soric)

Basar-Atmosphäre im Strip-District

Den Rat, hierher zu kommen gab ihm wohl Dan Rooney, dem die einheimische Fotball-Mannschaft Pittsburgh Steelers gehört. Die "Steelers" sind der Stolz der Stadt. Seit vielen Jahren kämpfen sie erfolgreich in der amerikanischen Profiliga. Ihr Name erinnert an die Zeit, als die rußgeschwärzten Fabriken mit Dutzenden von Schloten in Pittsburgh den meisten Stahl in den USA herstellten. In den 1970-er Jahren begann der Niedergang der Schwerindustrie. Inzwischen ist Pittsburgh eine Finanzmetropole mit beeindruckenden Hochhäusern, die Medizintechnik produziert und mehrere Universitäten beherbergt. Rund 300 ausländische Unternehmen haben sich hier angesiedelt, darunter viele deutsche. Die Arbeitslosigkeit ist um eine Viertel niedriger als im Landesdurchschnitt. Der Bürgermeister ist 29 Jahren alt. Weil die Umstrukturierung der Stadt gelungen ist, belohnt der Präsident der Vereinigten Staaten die Einwohner der Stadt mit der Ausrichtung des G20 Gipfels.

Freude und Gelassenheit

Die Einheimischen nehmen die Entscheidung des Weißen Hauses mit einer Mischung aus Freude und Gelassenheit zur Kenntnis. Ein Posaunist, gleich um die Ecke von Pamelas Pancake Restaurant aufspielt, hofft, dass die vielen Politiker, die zum G20-Gipfel kommen werden, zumindest gelegentlich das moderne Konferenzzentrum am Fluss verlassen werden - zum Beispiel, um sich den Strip-District und vielleicht auch Pamela's Pancake-Restaurant anzusehen.

Autor: Miodrag Soric

Redaktion: Dеnnis Stutе

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