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Amerika

Obama zeichnet Elitesoldaten aus

Fünf Tage nach der Tötung Osama bin Ladens ehrt US-Präsident Barack Obama die beteiligen Elitesoldaten der "Navy Seals". In Deutschland geht die Diskussion weiter, ob die Tötung rechtens war.

Obama mit Soldaten (Foto: dapd)

Nach den Elitesoldaten traf Obama auch Soldaten, die aus Afghanistan zurückkamen

US-Präsident Barack Obama hat die Elitesoldaten, die Osama bin Laden getötet haben, für "außergewöhnliche Dienste und Leistungen" ausgezeichnet. Bei einem Besuch auf dem Militärstützpunkt Fort Campbell sagte Obama, die Soldaten hätten "einen guten Job" gemacht. Es sei "eine der größten militärischen und geheimdienstlichen Aktionen in der Geschichte unseres Landes" gewesen, die die Elitesoldaten der Navy Seals durchgeführt hätten.

Die Elitesoldaten hatten in der Nacht zum Montag das Versteck von Osama bin Laden in Pakistan gestürmt und den Islamisten-Führer erschossen, der als Hauptverantwortlicher der Anschläge vom 11. September 2011 gilt. Der Tod des Al-Kaida-Führers sei eine "historische Wende", sagte Obama bei einer Rede vor Soldaten in Fort Campbell am Freitagabend: "Wir haben Al Kaida enthauptet und wir werden sie besiegen."

Taliban kündigen Rache an

Osama bin Ladens Haus (Foto: dapd)

Das Haus, in dem sich Osama bin Laden jahrelang versteckt hielt

Die afghanischen Taliban, bei denen Bin Laden bis zur Invasion der USA und ihrer Verbündeten Ende 2001 Unterschlupf gefunden hatte, kündigten Rache für den Tod des Al-Kaida-Führers an. "Hunderte mehr werden den Weg des Märtyrertums und der Aufopferung beschreiten", hieß es in einer in Kabul verbreiteten Erklärung. Am Samstag (07.05.2011) griffen sie in der südafghanischen Stadt Kandahar Regierungsgebäude an. Die Angriffsserie sei aber Teil einer lange geplanten Offensive und stünde nicht im Zusammenhang mit dem Tod Bin Ladens, sagte ein Sprecher der islamischen Fundamentalisten.

Unterdessen wurden neue Einzelheiten zur Jagd nach Bin Laden bekannt. Knapp siebeneinhalb Jahre bis zu seinem Tod lebte der Topterrorist offenbar unbehelligt in Pakistan. Das hätten die ersten Verhöre seiner Witwe ergeben, berichteten übereinstimmend die "New York Times" und die pakistanische "Dawn". Die US-Fahnder sind dem meistgesuchten Terroristen der Welt offenbar durch ein privates Telefonat auf die Spur gekommen, berichtete die "Washington Post". Demnach hat Bin Ladens Kurier einem alten Freund per Handy auf die Frage, wo er so lange gewesen sei, gesagt: "Ich bin wieder bei den Leuten, bei denen ich früher war." Das habe die Fahnder hellhörig gemacht, berichtete die Zeitung.

Gezielte Tötung rechtens?

Osama bin Laden (Foto: AP)

Osama bin Laden 1998 in Afghanistan

In Deutschland geht die Diskussion weiter, ob die Tötung Osama bin Ladens ohne vorhergehendes Gerichtsverfahren rechtens war. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sprach sich gegen Kritik an den USA aus. "Wir als Regierung eines nicht beteiligten Landes sollten nicht aus der Ferne eine völkerrechtliche Bewertung abgeben", sagte Leutheusser-Schnarrenberger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sie könne nicht beurteilen, ob Bin Laden hätte festgenommen werden können.

Nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatten die USA dagegen kein Recht gehabt, "den unbewaffneten Bin Laden auf der Stelle zu töten". "Er hätte einem fairen Gerichtsverfahren zugeführt werden müssen", schrieb der stellvertretende Generalsekretär der deutschen Amnesty-Sektion, Wolfgang Grenz, in der Tageszeitung "taz".

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nannte den Tod des Al-Kaida-Gründers eine Chance für den Dialog der Kulturen. "Es ist ja beeindruckend, dass die junge Generation in der arabischen Welt ganz mehrheitlich nichts zu tun haben will mit diesem Terroristen der Vergangenheit, sondern auf Zukunftschancen setzt", sagte Westerwelle im Interview mit DW-TV.

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa)

Redaktion: Gerd Winkelmann

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