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Aktuell Amerika

Obama wird "aktiv" gegen Waffen

Als Anhänger eines strengen Waffenrechts galt US-Präsident Obama schon immer - getan hat er dafür bisher allerdings wenig: Das will Obama nach dem Amoklauf von Newtown nun ändern. Zieht die mächtige Waffenlobby mit?

In den Vereinigten Staaten nimmt die Debatte über Konsequenzen aus dem Amoklauf in einer Grundschule der Stadt Newtown (Connecticut) Fahrt auf. US-Präsident Barack Obama werde eine Initiative der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein zum Verbot bestimmter halbautomatischer Waffen wie Sturmgewehren "aktiv unterstützen", teilte das Weiße Haus in Washington mit.

Zudem trete der Präsident für ein Gesetz ein, das den Verkauf von Waffen durch Privathändler ohne eine Überprüfung der Käufer generell untersagt. Damit solle eine Gesetzeslücke geschlossen werden, die bislang den ungeregelten Verkauf auf Waffenmessen ermöglicht. Auch Magazine mit mehr als zehn Schüssen - so die Feinstein-Initiative - sollen für Privatpersonen künftig tabu sein.

Ganz neue Töne

Der bisher als Waffen-Befürworter geltende demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, Harry Reid, kündigte für diese Woche den Beginn einer Debatte zur Änderung von "Gesetzen und Kultur" an. Der republikanische Senator Marco Rubio ließ über seinen Sprecher erklären, zwar bleibe er ein Befürworter des Rechts auf das Tragen von Waffen, dennoch müssten die Gesetze "ernsthaft überprüft" werden, um "Massenschießereien" in Zukunft zu verhindern.

Der 20-jährige Amokläufer Adam Lanza hatte am vergangenen Freitag an der Newtowner Sandy-Hook-Grundschule zwanzig Kinder und sechs Erwachsene getötet. Dabei gab er nach Polizei-Angaben mehrere hundert Schüsse ab, seine Opfer wurden bis zu elf Mal getroffen.. Zuvor hatte Lanza zuhause bereits seine Mutter erschossen. Nach dem Blutbad nahm er sich selbst das Leben. Sein Motiv liegt noch im Dunkeln.

Frau in Newtown vor Gedenkstätte (Foto: Reuters)

Newtown trauert um die Opfer

Waffenlobby "todunglücklich"

Unterdessen meldete sich die US-Waffenlobby mit einer kurzen Stellungnahme zu Wort. Sie sei "schockiert, traurig und todunglücklich" über die "schrecklichen und sinnlosen Morde", erklärte die "National Rifle Association" (NRA). Sie habe sich aus Respekt vor den Angehörigen der Toten und ihrer Trauer nicht zuvor äußern wollen, versuchte die NRA ihr langes Schweigen zu erklären.

Zugleich versicherte die NRA, sie wolle dazu beitragen, dass sich solche Morde nicht wiederholten. Allerdings sagte die Organisation nicht, welche möglichen Schritte sie damit konkret im Auge hat. Wörtlich heißt es in der Erklärung: "Die NRA ist bereit, sinnvolle Beiträge zu leisten, um zu helfen, dass so etwas niemals mehr geschieht." Bisher kämpfte die NRA energisch gegen alle Versuche, strengere Waffengesetze in den USA einzuführen. 

Keine Gewinne durch "Bushmaster"

Der US-Finanzinvestor Cerberus kündigte derweil an, seine Anteile am Hersteller der Tatwaffe zu verkaufen. Die 2006 erworbene Mehrheitsbeteiligung an der Rüstungsfirma Freedom Group, die Sturmgewehre der Marke "Bushmaster" herstellt, solle "sofort" veräußert werden. Lanza hatte eine Waffe dieses Typs benutzt, als er das Massaker anrichtete. Die Entscheidung hänge mit dem Amoklauf zusammen, bestätigte Cerberus.

wa/gb (dapd, afp, dpa)

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