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Politik

Obama will um Vertrauen werben

US-Präsident Barack Obama ist zu einer wichtigen Nahost-Mission aufgebrochen. Sein Ziel ist es, das angekratzte Image der USA in muslimischen Ländern aufzupolieren.

Barack Obama (Foto: AP)

Obama unmittelbar vor seiner Abreise nach Saudi-Arabien

Bei seinem ersten Staatsbesuch in der arabischen Welt macht US-Präsident Barack Obama an diesem Mittwoch (03.06.2009) zunächst Station in Saudi-Arabien, wo er mit König Abdullah zusammentreffen wird. Auf dem Landsitz des Monarchen außerhalb von Riad werden Obama und der Staatschef der größten Öl-Nation der Welt über das iranische Nuklearprogramm sprechen, aber auch über den unterbrochenen Nahost-Friedensprozess und die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen beider Staaten.

Mit Spannung erwartete Grundsatzrede

Anschließend besucht Obama Ägypten, das bevölkerungsreichste arabische Land. In Kairo will er sich am Donnerstag mit Präsident Husni Mubarak treffen und eine Moschee besuchen. In der Kairo-Universität wird er dann eine Grundsatzrede halten, in der er sich nicht allein an die Araber richtet, sondern an alle Muslime weltweit.

Beratern zufolge soll es darum gehen, wie die USA und muslimische Länder einen Teil ihrer Differenzen überbrücken können. Außerdem sollen Themen wie der israelisch-palästinensische Konflikt und Möglichkeiten für künftige Partnerschaften zur Sprache kommen. Wenige Tage vor der Parlamentswahl im Libanon und der Präsidentenwahl im Iran rechnen Beobachter damit, dass Obama sich außerdem gegen Extremismus aussprechen wird.

Schutzmacht autokratischer Regime

Obama auf Treppe der 'Air Force One' (Foto: AP)

Air Force One, Ziel Naher Osten: Obama beim "Boarding"

Millionen von Menschen werden dem US-Präsidenten zuhören. Obama will Vorbehalte ausräumen und um Vertrauen werben. Doch viele Bürger muslimischer Staaten sehen die USA nicht als vorbildlichen demokratischen Staat, sondern als skrupellose Schutzmacht autokratischer Regime. Dass Obama seine Rede in Ägypten halten wird, veranschaulicht das Dilemma der US-Orientpolitik: Das Land zählt zu den größten Empfängern von US-Hilfen im Nahen Osten. Präsident Mubarak, den Obama als "in vieler Hinsicht treuen Verbündeten" bezeichnet hat, herrscht aber autoritär. Ägyptische Kritiker müssen mit Anklagen und Haftstrafen rechnen.

In vielen muslimischen Ländern unterstützen die USA autokratische Regierungen, die eklatant gegen den Freiheitsbegriff der US-Prägung verstoßen. "Es schadet dem Image der USA in der Region, dass sie als Helfer autokratischer Regime gesehen werden, nur weil dies nützlich für ihre außenpolitischen Interessen ist", sagte die Nahost-Expertin Tamara Cofman Wittes vom Brookings-Institut.

Vereinigte Staaten ein "Vorbild"

In einem Interview mit der BBC erklärte Obama, die USA könnten mit Blick auf Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit ein Vorbild für die muslimische Welt abgeben. "Dies sind nicht einfach die Prinzipien des Westens, sondern universelle Prinzipien, die diese Länder annehmen und als Teil ihrer nationalen Identität bestätigen können", sagte Obama. Er hoffe, dass sein Besuch in Ägypten eine neue Ära der Beziehungen zwischen den USA und den muslimischen Ländern einläuten werde, so Obama weiter. Es bestehe zwar die Gefahr, dass die USA Ländern mit anderer Geschichte und Kultur ihre Werte aufdrängen könnten. "Aber man kann dazu ermutigen und wir werden ermutigend sein", sagte Obama zu den Prinzipien. (aa/wa/sg/afp/ap/dpa/rtr)