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Politik

Obama will mehr Schulden machen

Um die Wirtschaft anzukurbeln will der künftige US-Präsident den Staatshaushalt weiter belasten. In seinem ersten großen TV-Interview nach der Wahl äußert er sich auch zum Irak, Guantanamo und seinem Privatleben.

Barack Obama hinter Mikrofon-Podium (4.11.08, Quelle: AP)

Obama will die Wirtschaft auf Pump retten

Der künftige US-Präsident Barack Obama will wegen der massiven Wirtschaftsprobleme in seinem Land das Ziel eines ausgeglichenen Staatshaushaltes hintanstellen und stattdessen die Konjunktur ankurbeln. "Es ist einhellige Meinung, dass wir alles tun müssen, was möglich ist, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, dass wir jetzt Geld ausgeben müssen, um die Wirtschaft zu stimulieren", sagte Obama am Sonntagabend (16.11.2007) in seinem ersten großen Fernsehinterview nach seinem Wahlsieg. Angesichts dessen sollte man sich nicht wegen des Haushaltsdefizits im nächsten Jahr oder im Jahr 2010 sorgen, sagte der 47-Jährige in dem Gespräch mit dem Fernsehsender CBS.

Unterstützung für Hausbesitzer und die Autoindustrie

Zwei Soldaten in Montur patrouillieren in einer Straße (Bakuba - Irak, 6.10.08,Quelle: AP)

Obama hält am baldigen Irak-Abzug fest

Obama kündigte auch ein "klares Programm" für bedrängte Hausbesitzer an, um die Welle von Zwangsvollstreckungen einzudämmen. Erneut setzte sich Obama für die notleidende Autoindustrie ein. "Ein völliger Zusammenbruch der Autoindustrie wäre in dieser Art von Umfeld ein Desaster", sagte Obama. "Deshalb glaube ich, dass wir Unterstützung (...) leisten müssen." Es könne sich dabei aber nicht um einen Blankoscheck handeln.

Obama lobte in dem Interview die Arbeit von Finanzminister Henry Paulson, der "unermüdlich" unter schwierigen Bedingungen im Einsatz sei. Aber Paulson wäre wohl der erste, der einräumen würde, dass wahrscheinlich nicht alle bisher beschlossenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte "so gewirkt haben, wie er es sich erhofft hat", sagte Obama.

Irak-Abzug und Guantanamo-Schließung

Stacheldrahtzaun, rechts davon ein Wachturm, links geht die Sonne auf (Guantanamo - Kuba, 6.6.08, Quelle: AP)

Das US-Internierungslagers auf Guantanamo soll geschlossen werden

Er habe im Wahlkampf versprochen, die meisten US-Truppen innerhalb von 16 Monaten aus dem Irak abzuziehen, sagte Obama. Sobald er im Amt sei, werde er einen Rückzugsplan in Auftrag geben. Stattdessen wolle er sich auf Afghanistan konzentrieren und das Terrornetzwerk El Kaida "ein für allemal ausmerzen", sagte Obama. Es sei "entscheidend" für die Sicherheit der USA, dass Terrorchef Osama bin Laden getötet oder gefasst werde. Auch die Schließung von Guantanamo werde er wahr machen, sagte Obama. Er werde außerdem dafür sorgen, dass nicht gefoltert werde, um die "moralische Statur" der USA wieder herzustellen.

Sorge ums Privatleben

Mit Blick auf sein Privatleben sorgt sich der designierte US-Präsident vor allem um den "Verlust von Anonymität" und die "kleinen Alltäglichkeiten des Lebens". Er habe sich noch nicht daran gewöhnt, dass er nicht einfach spazieren gehen könne, sagte Obama in dem Interview. Er werde künftig auch nicht mehr zu seinem Friseur gehen können, sondern der Friseur werde zu ihm, an seinen "geheim gehalten Wohnort" kommen müssen, scherzte Obama. Eine der größten Herausforderungen werde sein, eine ganz normale Familie zu bleiben. Sorgen mache er sich vor allem um seine Töchter, die im Wahlkampftrubel noch ganz sie selbst geblieben sein, "normal, fröhlich, glücklich, höflich, neugierig".

Weitere Personalentscheidungen

Am Sonntag hatte Obama weitere wichtige Posten im Weißen Haus besetzt. Sein früherer Stabschef im Senat, Pete Rouse, soll sein enger Berater werden. Zu stellvertretenden Stabschefs des Weißen Hauses ernannte Obama Mona Sutphen und Jim Messina. Sutphen bringt Erfahrungen aus dem Auswärtigen Dienst mit, Messina arbeitete für mehrere Kongressabgeordnete. Bereits zwei Tage nach seiner Wahl zum Präsidenten hatte Obama den demokratischen Kongressabgeordneten Rahm Emanuel zu seinem Stabschef im Weißen Haus ernannt. (rri)

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