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Aktuell Amerika

Obama will keinen "Bodenkrieg" im Irak

Der US-Präsident lehnt Bodentruppen im Kampf gegen IS partout ab. Seine Generäle sehen das jedoch anders – und gehen mit ihren Gedankenspielen an die Öffentlichkeit. Nun ist Obama hörbar die Hutschnur gerissen.

"Die amerikanischen Truppen, die in den Irak verlegt wurden, haben keinen Kampfauftrag und werden keinen haben", sagte der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte vor Soldaten des Zentralkommandos in Tampa (Florida). Obama fügte hinzu, er werde "Euch und den Rest unserer bewaffneten Streitkräfte nicht zu einem weiteren Bodenkrieg im Irak verpflichten". Noch deutlicher kann ein US-Präsident nicht werden.

Generalstabschef Martin Dempsey hatte bei einer Anhörung im Senat eine Beteiligung von US-Soldaten an Kampfeinsätzen gegen die IS-Miliz offen gelassen. Zwar betonte Dempsey, dass er dafür derzeit keine Notwendigkeit sehe. Allerdings könnte eine "außerordentlich komplexe" Mission der irakischen Truppen eine militärische Begleitung während des "Nahkampfes" erforderlich machen, etwa bei einer Rückeroberung der Millionenstadt Mossul. Möglicherweise werde er auch den Einsatz von Bodentruppen empfehlen, falls Obamas Strategie aus Luftangriffen und Stärkung von regionalen Verbündeten nicht aufgehe, sagte der Generalstabschef weiter.

"Rein hypothetisches Szenario"

Das Weiße Haus hatte Dempseys Äußerungen umgehend als "rein hypothetisches Szenario" bezeichnet. Es sei normal, dass das Militär für eine Reihe von Eventualitäten plane. Nun hat Obama klar gestellt, dass er an seiner Haltung nicht rütteln lässt: "Nach einem Jahrzehnt massiver Einsätze von Bodentruppen ist es wirksamer, unsere einzigartigen Fähigkeiten zur Unterstützung von Partnern vor Ort zu nutzen, damit diese die Zukunft ihrer eigenen Länder sichern können."

Die rund 1600 US-Soldaten im Irak sollen "nur" als Militärberater arbeiten und amerikanische Einrichtungen schützen. Für den Kampf gegen die IS-Miliz setzen die USA auf die irakische Armee und die kurdischen Peschmerga. Außerdem fliegt das US-Militär Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak.

Iranischer Präsident kritisiert Washington

Der iranische Präsident Hassan Rohani (Foto: Behrouz Mehri/AFP/Getty Images)

Der iranische Präsident Hassan Rohani

Der iranische Präsident Hassan Rohani kritisierte unterdessen die USA für ihre Ablehnung von Bodentruppen im Irak. "Haben die Amerikaner Angst vor Verlusten am Boden?", sagte Ruhani in einem Interview des US-Senders NBC, aus dem dieser Auszüge veröffentlichte. Letztlich könne bei allen regionalen und internationalen Konflikten nur derjenige siegen, "der bereit ist, Opfer zu erbringen", so Rohani weiter. Der Iran unterstütze den Kampf gegen die radikal-sunnitische IS-Miliz. Die öffentlich inszenierten Hinrichtungen von westlichen Geiseln durch den IS stünden im vollen Gegensatz zu den Grundprinzipien des Islam, betonte Ruhani. "Das Töten unschuldiger Menschen bedeutet das Töten der gesamten Menschheit", sagte der iranische Staatschef.

sti/rb (afp, ap, dpa, rtr)

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