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Amerika

Obama will Brücke zur muslimischen Welt bauen

US-Präsident hält in der ägyptischen Hauptstadt Kairo eine Grundsatzrede an die muslimische Welt. Die Weltöffentlichkeit kann sie per Internet live mitverfolgen.

US-Präsident Barack Obama und der ägyptische Staatschef Husni Mubarak in Kairo (Foto: AP)

Obama und Ägyptens Präsident Mubarak in Kairo

US-Präsident Barack Obama will in seiner mit großen Erwartungen verknüpften Rede am Donnerstag (04.06.2009) in Kairo offen und klar über die Spannungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt sprechen. Nach den Worten seines Redenschreibers Ben Rhodes soll die Ansprache in der Universität der ägyptischen Hauptstadt "ein neues Kapitel im Dialog zwischen den USA und der muslimischen Welt" eröffnen.

Grundlagen der Beziehungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt seien der gegenseitige Respekt und die gemeinsamen Interessen, so der Obama-Berater. Der israelisch-palästinensische Konflikt werde in der Rede eine wichtige Rolle spielen. Dabei wolle der Präsident keinen detaillierten Plan für den Nahen Osten präsentieren, aber offen einfordern, dass alle Beteiligten ihren Verpflichtungen nachkommen, damit es Frieden in der Region geben könne. Weitere zentrale Themen sind laut Rhodes der Kampf gegen Extremisten in Afghanistan und im Irak sowie die Fragen der Menschenrechte und Demokratie.

Rede ein Wahlkampfversprechen Obamas

Obama hatte die Grundsatzrede bereits im Präsidentschaftswahlkampf angekündigt. Sein Versprechen, sich schon in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit an die islamische Welt zu wenden, konnte er allerdings nicht einhalten. Die Kairoer Rede sowie Übersetzungen in 13 Sprachen sollen auf der Website des Weißen Hauses veröffentlicht werden. Gleichzeitig soll sie auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook, MySpace und Twitter kommuniziert werden.

Inzwischen traf Obama mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zusammen. Dabei versprach er, sich gemeinsam mit Ägypten für einen umfassenden Frieden im Nahen Osten einzusetzen.

Obama und der saudische König Abdullah treffen in Riad zusammen (ap)

Herzliches Einvernehmen in Riad: Obama und der saudische König Abdullah

Zum Auftakt seiner vierten Auslandsreise seit Amtsantritt war Obama am Mittwoch in Riad vom saudischen König Abdullah begrüßt worden. Bei den Gesprächen ging es unter anderem um den Nahost-Konflikt, den Iran, die Lage in Pakistan und Afghanistan sowie Energiefragen. Nahost-Experten glauben, dass die von Obama erwartete neue Initiative zu einem Nahost-Frieden den Friedensplan Abdullahs aus dem Jahr 2002 zum Kern haben könnte. Demnach bietet die arabische Welt Israel Frieden und Anerkennung an, falls sich Israel aus allen 1967 besetzten Gebieten zurückzieht.

Neue El-Kaida-Botschaften als Begleitmusik

Begleitet wurde der Reiseauftakt des amerikanischen Präsidenten von neuen Botschaften der Terrororganisation El Kaida. In einer Botschaft, die El-Kaida-Chef Osama bin Laden zugeschrieben wird, wird Obama beschuldigt, die gleiche verfehlte Politik wie sein Vorgänger George W. Bush zu verfolgen. El-Kaida-Vize Eiman al-Sawahiri beschimpfte den Mann im Weißen Haus als Verbrecher, der mit der Führung des "Folterstaates" Ägypten unter einer Decke stecke.

Im Anschluss an den Besuch in Kairo reist Obama am weiter nach Dresden, wo er am Freitag mit Kanzlerin Angela Merkel zusammentrifft. Danach sind Besuche des ehemaligen KZ Buchenwald und des US-Militärstützpunkts Landstuhl vorgesehen. Am Samstag will Obama in der Normandie an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg teilnehmen. (sti/gri/dpa/rtr)

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