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Amerika

Obama warnt vor Optimismus

US-Präsident Obama hat den Ölkonzern BP scharf angegriffen – wegen geplanter Milliardenzahlungen an Aktionäre. Beim Eindämmen der Ölpest gibt es anscheinend kleine Fortschritte.

Präsident Barack Obama in New Orleans (Foto: AP)

Obama hat ein Problem

US-Präsident Barack Obama hat am Freitag (04.06.2010) bei einem Besuch im Bundesstaat Louisiana den Energiekonzern BP scharf wegen möglicher milliardenschwerer Dividendenzahlungen kritisiert. Er habe kein Verständnis dafür, dass BP Zahlungen an die Aktionäre in solcher Höhe tätige, während die von der Ölkatastrophe betroffenen Fischer und Kleinunternehmen vor dem Ruin stünden, sagte ein sichtlich verärgerter Obama in der Nähe von New Orleans.

Dividende und Geiz?

"Es gibt Informationen, wonach BP 10,5 Milliarden - ich wiederhole: Milliarden - an Dividende ausschütten wird", sagte der US-Präsident. Wenn der Konzern seinen Verpflichtungen gegenüber seinen Aktionären nachkomme, habe er keine Problem damit, sagte Obama. Aber er wolle nicht, dass sich BP gegenüber den von der Ölpest geschädigten Kleinunternehmern als geizig erweise. Bei seiner dritten Reise in das Krisengebiet griff Obama BP auch scharf dafür an, 50 Millionen Dollar (rund 41 Millionen Euro) in Fernsehwerbung zur Imagerettung auszugeben.

Verölter Pelikan an der Golfküste (Foto: ap)

Bilder wie dieser lassen die Verärgerung in den USA steigen

Fernsehbilder von immer mehr ölverschmierten Vögeln schürten unterdessen den Zorn der US-Bevölkerung und setzten Präsident Obama immer stärker unter Handlungsdruck. Um erneut an die Golfküste reisen zu können, hatte der Präsident seine Asienreise abgesagt. Auf dem Programm standen Indonesien und Australien. Obama landete in New Orleans, wo ihm der Sonderbeauftragte der Regierung für die Rettungsmaßnahmen, Admiral Thad Allen, einen Überblick über die aktuelle Lage geben sollte. Obama warnte vor zu großen Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Ölpest. Es sei viel zu früh, um optimistisch zu sein.

BP vertagt Entscheidung

BP hat inzwischen die Entscheidung zur nächsten Dividenen-Ausschüttung vertagt. BP-Chef Tony Hayward erklärte, der Konzern habe genug Geld. Neben Barmitteln von fünf Milliarden Dollar könne BP auch auf Kreditlinien zurückgreifen. Bisher hat BP schon über eine Milliarde Dollar für die Beseitigung Folgen der Ölpest ausgegeben.

Hayward spricht (Foto: dpa)

BP hat genug Geld, meint BP-Chef Tony Hayward

Nach einer Serie von Rückschlägen ist BP beim Kampf gegen die Ölpest am Freitag vorangekommen. Es gelang, eine Absaugglocke über dem leckgeschlagenen Bohrloch zu platzieren und damit einen Teil des Öls aufzufangen. Die US-Küstenwache sprach von einer positiven Entwicklung, aber auch von einer nur notdürftigen Reparatur. Täglich würden auf diese Weise 1000 Barrel Öl abgesaugt - ein Bruchteil der bis zu 19.000 Barrel, die seit über sechs Wochen täglich ins Meer strömen. Zum Stillstand gebracht werden kann der Ölfluss laut BP aber erst im August - wenn zwei Parallelbohrungen zum Grund der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresboden abgeschlossen sind.

Öl in Florida

Die Ölpest hat jetzt auch schon die Touristenstrände Floridas erreicht. Erste Ölklumpen seien am Freitag am beliebten Badeort Pensacola an Land geschwemmt, berichtete Bürgermeister Mike Wiggins. Außerdem habe sich ein Ölfilm der Küste bis auf wenige Kilometer genähert.

Die Bohrplattform "Deepwater Horizon" war am 20. April nach einer Explosion gesunken. Das seitdem ausströmende Öl bedroht die Existenz unzähliger Tiere und Pflanzen an den Küsten von Louisiana, Mississippi und Alabama.

Autor: Oliver Samson

Redaktion: Gerd Friese

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