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Aktuell Welt

Obama und Xi lernen sich in Kalifornien kennen

US-Präsident Obama und Chinas Staatschef Xi wollen frischen Wind in die Beziehungen ihrer Länder bringen. Beim ersten Gipfeltreffen beider Politiker ist - in lockerer Atmosphäre - sogar von einem "Neuanfang" die Rede.

Barack Obama und Xi Jinping haben sich für ein "neues Modell" der Zusammenarbeit ausgesprochen. Die Beziehungen ihrer Staaten seien nicht nur für die USA und China wichtig, sondern "für die ganze Welt", meinte Obama. Xi ergänzte, das beiderseitige Verhältnis befinde sich an einem neuen "historischen Startpunkt".

Es ist das erste Treffen der beiden Politiker, seit Xi im März an die Spitze des chinesischen Staates rückte. Der Gipfel findet auf dem Luxusanwesen "Sunnylands" gut 200 Kilometer östlich von Los Angeles statt - abseits des strengen Washingtoner Protokolls. Beide Seiten hatten sich bewusst für ein informelles Ambiente entschieden, um entspannter miteinander reden zu können, wie Obama hervorhob. So kamen er und Xi zwar im Anzug, aber ohne Krawatte.

Nach einem gemeinsamen Abendessen forderte Obama seinen Gast auf, gemeinsam verstärkt gegen Internetkriminalität vorzugehen. Es sei äußerst wichtig, bei diesem Thema an einem Strang zu ziehen und nach gleichen Grundsätzen zu handeln. Xi seinerseits betonte, auch sein Land sei immer wieder "Opfer von Cyber-Angriffen". Es gebe bei diesem Thema ungerechtfertigte Vorurteile gegen China. Die US-Regierung wirft der Führung in Peking seit geraumer Zeit vor, dass chinesische Hacker gezielt Computernetzwerke des US-Militärs und von US-Firmen ausspähen.

Die neue Weltmacht

"Es gibt unvermeidbar Gebiete der Spannungen zwischen unseren beiden Ländern. Aber was ich im Laufe der vergangenen vier Jahre gelernt habe, ist, dass beide, das amerikanische und das chinesische Volk, ein starkes, kooperatives Verhältnis wollen", sagte Obama. Er versicherte, dass die USA den "steten friedlichen Aufstieg Chinas zu einer Weltmacht" begrüßten. In diesem Zusammenhang räumte Obama ein, dass sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt naturgemäß in einem Wettbewerb befänden - und mahnte zugleich an, dass sich Nationen an dieselben Spielregeln halten müssten. Die USA sind seit langem der Ansicht, China verschaffe sich mit unfairen Mitteln Wettbewerbsvorteile.

Obama sprach auch das Thema Menschenrechte an. Er werde nicht darin nachlassen, die Bedeutung dieser Frage zu betonen, sagte der US-Präsident. Xi erklärte, es gebe eine Reihe Herausforderungen, die mehr Austausch und Kooperation erforderten. "Wir müssen darüber nachdenken, welche Art von Verhältnis wir wollen", sagte er.

Am diesem Samstag wollen Xi und Obama noch einmal auf dem Anwesen des verstorbenen Medienmoguls und Kunstmäzenen Walter Annenberg in Rancho Mirage zusammenkommen. Als weitere Gesprächsthemen wurden unter anderem das nordkoreanische Atomprogramm und der Syrien-Konflikt genannt.

wa/gmf (dpa, afp, rtr)

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