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Aktuell Amerika

Obama und Romney streiten über Außenpolitik

Zwei Wochen vor der US-Präsidentenwahl haben sich Amtsinhaber Obama und sein Herausforderer Romney das letzte von drei Rededuellen im Wahlkampf geliefert. Es wurde erwartungsgemäß ein heftiger Schlagabtausch.

Der finale Schlagabtausch sollte sich um Amerikas Rolle in der Welt und die Außenpolitik drehen. Zum Auftakt der TV-Debatte in Boca Raton (Florida) griff der Republikaner Mitt Romney die Strategie Barack Obamas im Verhältnis zur arabischen Welt an. Die USA hätten zugesehen, wie in den vergangenen Jahren eine "Welle des Chaos" über die Region hereingebrochen sei, sagte Romney. Der Republikaner forderte eine nachhaltige Strategie, Ländern wie Syrien oder Ägypten zu helfen, sich aus eigener Kraft gegen Extremisten und Terroristen zu wehren.

Gegen den Iran, für Israel

Obama warf seinem Rivalen vor, er habe seine außenpolitischen Ansichten immer wieder geändert. "Ich bin dankbar, dass Sie jetzt unsere Erfolge gegen Al-Kaida anerkennen", betonte der US-Präsident. Aber noch vor einiger Zeit habe Romney Russland als einen der größten Feinde bezeichnet. "Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung geäußert haben, lagen Sie falsch", sagte Obama. Der Präsident kritisierte zudem, dass Romney den Einmarsch in den Irak unter seinem Vorgänger George W. Bush unterstützt habe und gegen den Abzug der US-Armee aus dem Land gewesen sei.

US-Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney auf einer Leinwand (Foto: Reuters)

Präsident Barack Obama warf seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney eine rückwärtsgewandte außenpolitische Agenda vor

Beide bekräftigten, dass sie keine atomare Bewaffnung des Iran dulden würden. "Solange ich Präsident der Vereinigten Staaten bin, wird Iran keine Atomwaffen erhalten", sagte Obama. Außerdem betonte der Präsident seine Unterstützung für den engen Verbündeten Israel, der sich durch das iranische Atomprogramm direkt bedroht sieht. "Ich werde an der Seite Israels stehen, wenn es angegriffen wird", sagte er.

Romney kritisierte dagegen, dass sich die Beziehungen zwischen den USA und Israel unter Obama verschlechtert hätten. Die "Spannungen" seien "sehr bedauerlich", sagte er. Der Republikaner erklärte, das iranische Atomprogramm sei "inakzeptabel". Als Präsident werde er sich für eine Verschärfung der Sanktionen gegen Teheran einsetzen. Außerdem müsse die iranische Führung international weiter isoliert werden. "Und natürlich ist eine militärische Aktion das letzte Mittel", sagte Romney.

Letzte Chance

Für die beiden Kandidaten war es die letzte Möglichkeit, im Fernsehen vor einem Millionenpublikum zu punkten und unentschlossene Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Nur zwei Wochen vor der Wahl liegen Obama und Romney in Umfragen nahezu gleichauf. Während Romney nach Meinung von Zuschauern die erste Redeschlacht am 3. Oktober für sich entscheiden konnte, ging die zweite Runde am 16. Oktober an Obama. Nach mehreren Blitzumfragen mehrerer TV-Sender hat Obama in diesem letzten Duell deutlich besser abgeschnitten als Romney.

pg/gmf (dpa, dapd, afp, rtr)