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Amerikanisch-russische Befindlichkeiten

Obama und Putin: Zum Schluss ganze vier Minuten

Sie können nicht miteinander: Auf dem APEC-Gipfel gehen sich die beiden Präsidenten erkennbar aus dem Wege. Eher zufällig sprechen Obama und Putin doch miteinander - kurz und schmerzlos.

Die beiden werden ganz bestimmt keine Freunde mehr. Nicht erst seit dem Zerwürfnis wegen der russischen Syrienpolitik ist das Verhältnis der beiden mächtigen Männer schlecht. Zuletzt warnte US-Präsident Barack Obama seinen gewählten Nachfolger Donald Trump vor einer zu starken Annäherung an Russland und Putin - der Kreml war nicht amüsiert. Ein bilaterales "Abschlussgespräch" mit Russlands Präsident Wladimir Putin war trotz Obamas Ausscheiden aus dem Amt nicht angesetzt worden - so waren letzte Worte den zufälligen Gipfelbegegnungen vorbehalten.

Nun redeten sie ganze vier Minuten miteinander, obwohl beide zwei Tage auf dem Asien-Pazifik-Gipfel (APEC) in der peruanischen Hauptstadt Lima sind. Es war der vermutlich letzte direkte persönliche Austausch der beiden Politiker, bevor Obama im Januar aus dem Amt scheidet. Folgerichtig ging es dabei um Russlands Rolle in Syrien und in der Ukraine. Dabei hat Obama, wie ein US-Regierungsvertreter sagte, Putin zu größeren Bemühungen aufgerufen, die Gewalt in Syrien zu beenden. US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow müssten zusammen mit der internationalen Gemeinschaft weiter daran arbeiten, die "Gewalt zu verringern und das Leiden des syrischen Volkes zu mildern".

"Sehr kurz"

Obama habe zudem darauf gedrungen, dass Russland seinen Verpflichtungen aus dem Minsker-Friedensabkommen für die Ukraine nachkomme. Zugleich habe er betont, dass sich die USA und ihre Partner der Souveränität der Ukraine verpflichtet fühlten, sagte der Vertreter des Weißen Hauses weiter.

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte den "sehr kurzen" Wortwechsel ebenfalls: "Zu Beginn der Sitzung haben sie sich begrüßt und ein paar Worte gewechselt." Angaben zum Inhalt des Gesprächs machte er jedoch nicht. 

Putin gab sich auf einer späteren Pressekonferenz konziliant und stellte Obama eine Art Willkommensgarantie für Russland aus. "Ich habe ihm für die Jahre der Zusammenarbeit gedankt und ihm gesagt, dass wir uns immer freuen, ihn in Russland zu sehen - wenn es notwendig sein sollte oder wenn er es sich wünscht", sagte Putin in Lima. "Präsident Obama und ich haben betont, dass wir uns immer gegenseitig respektiert haben, genauso wie unsere Standpunkte."

Obama hatte zu Beginn seiner Präsidentschaft einen "Neubeginn" in den amerikanisch-russischen Beziehungen angestrebt.

Russischer Präsident Medwedew in den USA (picture alliance/Martin H. Simon - Pool via CNP)

Zwangloses Treffen von Obama mit Medwedew im Juni 2010

Die Bilder von einem zwanglosen Lunch mit dem damaligen Kremlchef Dmitri Medwedew in einem Washingtoner Burger-Laden gingen um die Welt.

Mit Putin fand Obama allerdings nie eine gemeinsame Basis. Schon die erste Begegnung der beiden im Sommer 2009 in Moskau stand unter keinem guten Stern. Denn Obama hatte im Vorfeld seines Besuchs einen verbalen Schlagabtausch provoziert, als er vor US-Journalisten sagte, Putin stehe mit einem Bein noch in den Zeiten des Kalten Krieges. Darauf hatte Putin geantwortet, er stehe fest auf beiden Beinen und schaue in die Zukunft. Ein gemeinsames Frühstück in Putins ländlicher Residenz in Nowo-Ogarjowo bei Moskau konnte den Fehlstart nicht mehr vergessen machen.

rb/qu (afp, dpa, ap, rtr)

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