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Welt

Obama und die Partei sind bereit, den Kampf aufzunehmen

"Ich habe eine Lösung für eure Probleme", ist eine der Botschaften von Barack Obama auf dem Parteitag der Demokraten. Die Partei steht nun hinter ihm. Christian Bergmann kommentiert.

Kommentar-Grafik (DW)

Christina Bergmann, DW-Korrespondentin in den USA (Foto: DW)

Christina Bergmann, DW-Korrespondentin in den USA

Die Demokraten hatten sich diese Party redlich verdient. Acht Monate haben sie gebraucht, um einen Präsidentschaftskandidaten zu finden und sich geschlossen hinter ihn zu stellen. Im Wahlkampf um die Präsidentschaft sind vor allem von Seiten der Clintons viele böse Worte gegen Barack Obama gefallen. Worte, die ihm in seinem Rennen um den Einzug ins Weiße Haus vermutlich immer wieder Probleme bereiten werden.

Demonstration von Einigkeit

Offiziell haben die Demokraten stets abgestritten, dass der Vorwahlkampf die Partei geteilt hat. Die Dramaturgie des Parteitags in Denver belegte das Gegenteil. Denn dort wurde die Demonstration von Einigkeit zum obersten Gebot. Hillary Clinton, Obamas Rivalin, hat vor kurzem selbst davon gesprochen, dass man sich ändern müsse, um die Wählerinnen und Wähler auf die Seite Barack Obamas zu bringen. Dessen Team hat nun keine Anstrengungen gescheut, um diese Läuterung möglich zu machen. Hillary und Bill Clinton wurden zumindest nach außen hin mit offenen Armen empfangen. Sie spielten mit und stellten sich mit ihrer ganzen politischen Autorität hinter den Präsidentschaftskandidaten.

Nicht ganz uneigennützig vermutlich, denn vor allem das Image des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton hatte sehr durch seine Angriffe gegen Obama gelitten. Die Clintons können es sich aber auch nicht erlauben, den möglichen Sieg der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl im November aus Eigensinn aufs Spiel zu setzen. Also sorgte Hillary Clinton dafür, dass Obama zum Kandidaten ausgerufen wurde. Und Bill Clinton sprach endlich die Worte, die ihm vorher nicht über die Lippen kamen, auf die Barack Obamas Anhänger alle gewartet hatten: Obama sei bereit, Amerika zu führen, sagte er und scherzte sogar, auch ihm hätten die Republikaner vor 16 Jahren vorgeworfen, zu unerfahren zu sein.

Antworten geben

Die Clinton-Fans waren dankbar für die Inszenierung. Sie scharten sich schlussendlich um den 47-jährigen Senator aus Illinois. Der hat am Donnerstagabend (28.8.2008) in Denver wieder einmal gezeigt, was für ein guter Redner er ist. Er ist einerseits seinem Stil treu geblieben und scheute sich nicht vor großen Worten. Dies sei ein entscheidender Moment in der Geschichte, sagte er, in dem alle gemeinsam dafür sorgen müssten, dass es Amerika wirtschaftlich wieder besser gehe und der amerikanische Traum wieder möglich sei. Aber Obama hat auch erkannt, dass er konkreter werden muss, wenn er die Wahl im November gewinnen will. Und so hat er den Amerikanern erklärt, welche Antworten er auf ihre Probleme und Sorgen hat. Er schlug dabei einen großen Bogen von der Innen- über die Energie- bis zur Außenpolitik. Ob die Botschaft bei den Wählerinnen und Wählern angekommen ist, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Die Bilder aber, die von diesem Parteitag hängen bleiben, sind die einer wieder vereinten Partei. Und von einem Präsidentschaftskandidaten, der bereit ist, den Kampf aufzunehmen.

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