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Amerika

Obama tritt bei Jay Leno ins Fettnäpfchen

Bei US-Präsidentschaftskandidaten ist ein Besuch in der Late-Night-Show von Jay Leno Pflichtprogramm. Jetzt war mit Barack Obama erstmals ein amtierender Präsident in der Show. Hätte er es lieber bleiben lassen sollen?

Barak Obama in schwarzem Anzug und mit roter Krawatte, gegenüber Jay Leno hinter Schreibtisch, beide lachen

Barack Obama bei Jay Leno

Obama gab bei Leno einige persönliche Anekdoten zum Besten und plauderte über die derzeit bestimmenden politischen Themen . Er sei "fassungslos" gewesen, als er von den enormen Bonuszahlungen erfahren habe, die der angeschlagene Versicherungsriese AIG seinen Managern gezahlt habe. AIG hatte vom Staat 170 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 124 Milliarden Euro) zum Überleben erhalten.

"Ich habe ein cooles Flugzeug"

Als "kleines, dreckiges Geheimnis“ bezeichnete Obama die Tatsache, dass die hoch riskanten und spekulativen Geschäfte in der Finanzwirtschaft "vollkommen legal“ gewesen seien. Diese Geschäfte haben Amerika letztendlich in die schwere Krise getrieben. "Dies ist ein Zeichen dafür, wie sehr wir es nötig haben, unsere Gesetze zu ändern", sagte Obama.

Obama mit Töchtern und Frau Michelle, im Hintergrund US-Flaggen

Malia (10) und Sasha (7) sollen einen Hund bekommen

Doch auch leichteres und privates Geplänkel, das normalerweise solche Talkshows dominiert, kam bei Obamas Auftritt nicht zu kurz. So beschrieb er das Präsidenten-Flugzeug Air Force One als "ziemlich cool". Seine Töchter seien auf dem Flug in dem Luxus-Jet jedoch am meisten von den Süßigkeiten beeindruckt gewesen, die sie geschenkt bekommen hatten. Außerdem habe sich Familie Obama endgültig entschieden, was für einen Hund die Töchter Sasha und Malia bekommen sollen. Der Einzug des Hundes ins Weiße Haus sei ein Wahlkampfversprechen gewesen, sagte Obama unter dem Applaus der Zuschauer im Studio.

Auch er selbst freue sich schon auf den Hund, fügte er hinzu: "Man sagt, wenn du in Washington einen Freund haben willst, dann besorg’ dir einen Hund."

Senator Jon Kyl

Jon Kyl (rechts) kritisiert Obamas Show-Besuch

Tritt ins Fettnäpfchen

Ein Fauxpas passierte Obama, als Leno ihn fragte, wie es mit seinen Fähigkeiten beim Bowling aussehe. Obamas erbärmliche Darbietung in dem Sport während des Wahlkampfs hatten ihn zum Opfer vieler Witze gemacht. Der Präsident erzählte darauf hin, dass er in der Zwischenzeit geübt habe und spielte seine Leistung mit der Bemerkung herunter: "Das war wie bei den Paralympics oder so". Das Publikum lachte.

Andere fanden die Bemerkung nicht so lustig und sahen sie als Beleidigung der behinderten Sportler an, die in den Paralympics antreten. Das Weiße Haus spielte die Erklärung also schnell herunter. Der Präsident habe nur sein eigenes Talent beim Bowling auf die Schippe nehmen wollen. Er habe in keiner Weise vorgehabt, die Paralympics schlecht zu machen, sagte der Sprecher des Weißen Hauses Bill Burton.

Umstrittener Auftritt

Abgesehen von dem Tritt ins Fettnäpfchen lief Obamas Auftritt gut. Kritik gab es trotzdem: Der republikanische Senator Jon Kyl sagte, der Präsident solle lieber in Washington die volle Verantwortung für den Skandal bei AIG übernehmen, anstatt sich in Late-Night-Shows herum zu treiben. Beobachter fanden den Auftritt Obamas bei Leno gewagt angesichts der andauernden Krisennachrichten in der US-Wirtschaft. Der Historiker Michael Beschloss verteidigte den Präsidenten jedoch. Im Sender NBC erklärte er, Obama habe versucht, die US-Normalbürger zu erreichen. (sol/dpa/AFP/stl)

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