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Amerika

Obama sucht Erfolg - oder den Ausstieg

Barack Obama ist auf der Suche nach einer neuen Afghanistan-Strategie. Rein militärisch seien die Taliban nicht zu besiegen - und auch einen Rückzug schließt der US-Präsident nicht aus.

Obama vor US-Soldaten in Afghanistan im Juki 2008 (Foto: AP)

Was tun? Obama beim Truppenbesuch 2008

Mit der neuen Strategie solle der Vormarsch der Taliban in Afghanistan gestoppt werden, sagte Obama am Sonntag (22.03.2009) in der CBS-Sendung "60 Minutes". Hauptziel sei, dass das Terrornetzwerk El Kaida weder "die USA noch US-Interessen oder unsere Verbündeten angreifen kann". Es dürfe aber nicht das Gefühl aufkommen, dass die USA auf ewig in den Afghanistan-Konflikt hineingezogen würden. "Wir suchen nach einer umfassenden Strategie, aber wir brauchen auch eine Exit-Strategie."

Nicht nur militärisch

Die USA müssten von der Vorstellung Abschied nehmen, den Krieg mit militärischen Mitteln gewinnen zu können, sagte der Präsident weiter. Die neue Strategie könne daher auf stärkere diplomatische Anstrengungen in Pakistan, die Förderung der "wirtschaftlichen Kapazitäten" am Hindukusch oder effizientere Zusammenarbeit mit den Verbündeten hinauslaufen. Eine mögliche Einbindung gemäßigter Taliban hatte Obama schon vor einiger Zeit zur Diskussion gestellt. Vertreter radikal-islamischer Gruppen hatten diese Idee bereits abgelehnt.

Obama hat nach seinem Amtsantritt die Verstärkung der US-Truppen um 17.000 Soldaten befohlen. Es sei die richtige Entscheidung gewesen - die ihm allerdings schwergefallen sei, da er sie noch vor Abschluss der neuen Strategie habe treffen müssen, sagte der Präsident.

Mit Iran und China?

Richard Holbrooke redet mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai im Februar 2009 (Foto: ap)

Der Mann für's Reden: Richard Holbrooke mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai im Februar 2009

Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, unterrichtete am Montag (23.03.2009) in Brüssel die Verbündeten der Militärallianz NATO über die US-Planungen. Er traf zunächst mit Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zusammen und wollte dann die Botschafter der anderen Nato-Staaten unterrichten. Holbrooke hatte am Wochenende gesagt, dass bei der Befriedung Afghanistans auch die Nachbarländer Iran und China einbezogen werden müssten.

Unterdessen ist Afghanistan von Frieden weiterhin weit entfernt. Mutmaßliche Taliban-Kämpfer töteten am Montag im Südosten an der Grenze zu Pakistan acht Polizisten und verletzten einen weiteren. Das Fahrzeug der Beamten war im Distrikt Spin Boldak in einen Hinterhalt geraten. Wie die ISAF am Montag mitteilte, töteten NATO-geführte Truppen am Samstag in der benachbarten Unruheprovinz Helmand zehn Aufständische. Unter den Toten soll der in die Vorbereitung von Anschlägen verwickelte Taliban-Führer Maulawi Hassan sein.

In Afghanistan sind derzeit rund 75.000 ausländische Soldaten im Kampf gegen die Taliban und bei der Ausbildung der afghanischen Armee eingesetzt. (sam/ako/dpa/rtrs)

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