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Aktuell Amerika

Obama: Massaker in Orlando war "Akt des Terrors und des Hasses"

Es ist die schwerste Schießerei in der US-Geschichte: 50 Menschen sterben, als ein Mann in einer Schwulenbar in Orlando um sich schießt. Laut einer IS-nahen Nachrichtenagentur gehörte der Attentäter der Terrormiliz an.

Präsident Barack Obama bezeichnete die Tat in einem Pressestatement als "Akt des Terrorismus und ein Akt des Hasses". Das FBI ermittle in alle Richtungen, es gebe noch zu wenige Anhaltspunkte, um Genaueres zu sagen. Der sichtbar erschütterte Präsident sagte, die Tat mache einmal mehr klar, wie leicht man in den USA an verheerende Waffen komme. Er sprach den Opfern und Hinterbliebenen sein tief empfundenes Beileid aus.

Eine IS-nahe Nachrichtenagentur behauptet inzwischen, der Todesschütze von Orlando sei ein Mitglied des "Islamischen Staates". Eine "Quelle" habe der Agentur "Amaq" gesagt, der Angriff sei von einem Kämpfer der Terrormiliz ausgeführt worden. Nähere Details wurden zunächst nicht genannt.

Der Angreifer hatte nach Angaben der Polizei den voll besetzten Nachtclub "Pulse" in Orlando am frühen Morgen betreten, um sich geschossen und Geiseln genommen. Stunden später stürmte eine Spezialeinheit das Lokal und tötete den Mann. "Heute haben wir mit etwas zu tun, was wir niemals erwartet haben und was unvorstellbar ist", sagte Orlandos Bürgermeister Buddy Dyer.

Zunächst hatte sich ein als Wachmann eingesetzter Polizist ein Feuergefecht mit dem Täter geliefert. Zu welchem Zeitpunkt die Opfer erschossen wurden, war zunächst unklar. Bei der Leiche des Angreifers wurden laut Polizei ein Sturmgewehr und eine Handfeuerwaffe gefunden. Filmaufnahmen zeigten Polizisten und andere Personen, die sich um Verletzte am Boden kümmerten. Die Bar ist im Zentrum von Orlando, das unter anderem mit seinem Freizeitpark Disney World jährlich Millionen Touristen anzieht.

Täter soll FBI bekannt gewesen sein

Bei dem Täter handelt es sich der Polizei zufolge um den 29-jährigen Omar S. Mateen, der in Florida wohnt. Er soll US-Bürger sein. Nach Angaben eines US-Abgeordneten des Heimatschutz-Ausschusses stammt Mateen aus Afghanistan und wurde an Waffen ausgebildet. Die Bundespolizei FBI erklärte, es gebe Hinweise darauf, dass der Täter mit der Extremistenorganisation "Islamischen Staat" (IS) sympathisiert habe. Aus dem Umfeld der US-Behörden hieß es aber auch, es gebe bislang weder einen Hinweis auf eine direkte Verbindung des Angreifers zum IS noch zu anderen Extremistengruppen.

Polizeieinsatz am Pulse - Foto: Kevin Kolczynski (Reuters)

Polizeieinsatz am Pulse: Schießerei mit den meisten Todesopfern

Die US-Nachrichtensender FOX-News und CNN berichteten unter Berufung auf Justizkreise, dass der Täter dem FBI bekannt gewesen sein soll. So soll die Polizeibehörde Mateen als einen von vielen hundert Unterstützern des IS auf dem Radar gehabt haben. CNN und NBC berichten außerdem, der Attentäter soll kurz vor seiner Tat den Notruf 911 angerufen und dem IS seine Treue geschworen haben.

Auf die Frage, ob der Mann dem Islamismus einschließlich dem IS nahegestanden habe, sagte ein FBI-Beamter: "Wir haben Hinweise darauf, dass die Person in diese ideologische Richtung tendierte." Endgültig stehe das aber nicht fest. Es stehe auch im Raum, dass sich der Angriff gegen Homosexuelle gerichtet habe.

Vater vermutet Schwulenhass als Motiv

Der Vater des Todesschützen glaubt nicht an eine religiös motivierte Tat. In einem Fernsehinterview sagte er, sein Sohn sei vor einigen Monaten wütend geworden, als er in Miami ein sich küssendes schwules Pärchen sah. Vielleicht stehe dies in Zusammenhang mit der Tat.

Polizeichef John Mina - Foto: Kevin Kolczynski (Reuters)

Der Nachtclub beschreibt sich selbst im Internet als "heißeste Schwulenbar Orlandos"

Auf einer mit dem IS in Verbindung gebrachten Internetseite tauchte Stunden nach der Tat ein Foto auf, das den Attentäter zeigen soll. Ob das Bild auf Twitter tatsächlich Omar M. zeigt, ließ sich zunächst jedoch nicht klären. Unter dem Foto stand: "Der Mann, der in dem Nachtclub in Florida den Anschlag verübte, der 50 Menschen tötete und Dutzende verletzte." Eine offizielle Stellungnahme des IS gab es nicht.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier twitterte, er sei erschüttert über den brutalen Anschlag "Wir trauern um die Opfer und sind in Gedanken bei unseren Freunden in den USA."

rk/sti (dpa, ape, rtre, afp)

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