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Welt

Obama macht Wahlkampfpause

Zwei Wochen vor der Wahl hat Barack Obama seinen Vorsprung so weit ausgebaut, dass er sich einen Tag Pause gönnen kann - bei der kranken Oma auf Hawaii.

Ganz eng: Obama und seine Oma 1979 (Foto: AP)

Ganz eng: Obama und seine Oma 1979

Umfragen sehen den demokratische Kandidaten Barack Obama bei den US-Präsidentschaftswahlen deutlich vor dem Republikaner John McCain. Der Vorsprung scheint zu wachsen. Nach einer Umfrage des Instituts Gallup führt Obama derzeit landesweit mit 52 zu 42 Prozent vor McCain. In der am Montag veröffentlichten täglichen Umfrage des Instituts Rasmussen lag Obama mit 50 Prozent vor McCain, der auf 46 Prozent kam. Eine Studie von Reuters/Zogby sieht Obama mittlerweile mit acht Punkten bei 50 Prozent vor McCain mit 42 Prozent. "Vielleicht ist das der Powell-Effekt", sagte Meinungsforscher John Zogby und spielte damit auf den republikanischen Ex-Außenminister Colin Powell an, der Obama am Wochenende den Rücken gestärkt hatte.

Die kranke Oma

McCain mit Baby auf dem Arm im Wahlkampf (Foto: AP)

Angst vor Sozialismus: McCain (rechts)

Obama legt nun jedenfalls eine eintägige Wahlkampfpause ein, um seine kranke Großmutter auf Hawaii zu besuchen. Die Gesundheit der 85-Jährigen habe sich in den vergangenen Wochen verschlechtert. Ihr Zustand sei inzwischen "sehr ernst", sagte Obamas Kampagnen-Sprecher Robert Gibbs am Montag (20.10.2008). Obama habe sich daher entschlossen, am Donnerstag zu ihr nach Hawaii zu fliegen und dafür Wahlkampftermine abzusagen. Er werde den Wahlkampf am Samstag fortsetzen.

Obamas Großmutter Madelyn Dunham sei schon immer einer der wichtigsten Menschen in seinem Leben gewesen, sagte Gibbs. Sie habe ihn zusammen mit seiner Mutter und seinem Großvater aufgezogen, "von seiner Geburt bis er aufs College gegangen ist". Der Sohn einer US-Bürgerin und eines Kenianers wurde auf Hawaii geboren, wo er auch einen Teil seiner Kindheit verbrachte. Obama und seine Familie hatten zuletzt im August ihren Urlaub bei der Oma auf Hawaii verbracht.

Gemeinsamer Auftritt

Am Montag hatten Obama und seine ehemalige parteiinterne Rivalin Hillary Clinton ihren ersten gemeinsamen Wahlkampfauftritt seit Juni absolviert. "Ich bitte Euch darum, so hart für Barack zu arbeiten wie Ihr für mich gearbeitet habt", rief Clinton den rund 50.000 Anhängern in Orlando im US-Bundesstaat Florida zu. Präsident George W. Bush und McCain warf sie eine verfehlte Wirtschaftspolitik vor. Ein Sieg McCains bei den Wahlen am 4. November werde lediglich eine Verlängerung der Amtszeit Bushs bedeuten. "George Bush hat ausgeführt, was John McCain gepredigt hat", sagte die ehemalige First Lady.

Mit Warnungen vor einem Linksschwenk im Fall eines Wahlsiegs der Demokraten ist McCain in die letzten zwei Wochen vor der Wahl gestartet. Obama werde auf diskreditierte sozialistische Rezepte zurückgreifen und Wohlstand in großem Maße umverteilen, sagte er am Montag auf einer Kundgebung nahe St. Louis in Missouri. "Senator Obama möchte kontrollieren, wer Ihr Stück des Kuchens bekommt, anstatt den Kuchen größer zu machen", kritisierte er.

Steuern und Sozialismus

Gemeinsam: Hillary Clinton und Barack Obama (Foto: AP)

Gemeinsam: Hillary Clinton und Barack Obama

Steuerpläne zählen zu den Kernthemen im Schlussspurt des US-Wahlkampfs. Obama verspricht, Steuern für 95 Prozent der US-Bürger zu senken, die Sätze für Familien mit Einkommen von mehr als 250.000 Dollar pro Jahr aber heraufzusetzen. Das Thema Steuern ist in den USA ideologisch aufgeladen: Konservative lehnen sozialstaatliche Programme nach europäischem Muster grundsätzlich ab und betonen die Eigenverantwortung der Bürger.

Obama wehrte sich gegen "hässliche" Attacken aus dem Lager McCains. Den Vorwurf des geplanten Linksrucks wies er entschieden zurück und verwies darauf, dass der republikanische Ex-Minister Powell und der Milliardär Warren Buffett inzwischen zu seinen Unterstützern zählen. (sams)

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