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Amerika

Obama macht Ölpest zur Chefsache

US-Präsident Barack Obama hat zugesichert, alles Menschenmögliche im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko zu tun. Und er machte unmissverständlich klar: "BP wird die Rechnung begleichen."

Barack Obama in Venice (Foto: AP)

Obama: "Wir werden nicht ruhen, bis die Lecks geschlossen sind!"

Der Ölteppich sei in seinem Ausmaß eine möglicherweise nie dagewesene Katastrophe, sagte Obama bei einem Besuch am Mississippi-Delta. Seine Regierung werde tun, "was immer nötig ist, um diese Krise zu beenden", versicherte der amerikanische Präsident. Es könne allerdings noch etliche Tage dauern, den Ölaustritt aus dem Bohrloch der untergegangenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" zu stoppen.

"Auf das Schlimmste vorbereitet"

Obama war am Sonntag (02.05.2010, Ortszeit) in Venice/Louisiana mit Vertretern der Küstenwache und anderen Experten zusammengekommen, um sich aus erster Hand über das Ausmaß der Ölpest und über Gegenmaßnahmen informieren zu lassen. Vorwürfe, er habe nicht rasch genug auf die Katastrophe reagiert, wies Obama energisch zurück: Die Regierung habe sich vom ersten Tag an auf das Schlimmste vorbereitet, auch wenn man das Beste gehofft habe.

Fischer in Louisiana (Foto: AP)

Nun verboten: Fischfang an der Golfküste der Vereinigten Staaten

Der Ölteppich umfasst inzwischen rund 10.000 Quadratkilometer - und täglich fließen weitere 800.000 Liter Öl ins Meer. Eine Lösung, das Leck in 1600 Meter Tiefe abzudichten, ist nicht in Sicht. Die Gesamtkosten der Havarie mit allen Folgen werden von Experten auf bis zu 14 Milliarden Dollar geschätzt. Allein für die Reinigung verschmutzter Küsten und Meeresregionen würden sieben Milliarden Dollar benötigt, heißt es. Hinzu kämen Einnahmeausfälle im Tourismus und in der Fischerei.

Fischer bangen um Existenz

Die US-Meeresschutzbehörde NOAA erließ unterdessen für weite Teile der von der Ölpest bedrohten Küste ein Fischfangverbot. Betroffen sind die Küstengewässer vom Mississippi-Delta in Louisiana bis zur Bucht von Pensacola in Florida.

Barriere gegen Öl (Foto: AP)

Wenig wirksam: Schwimmende Barrieren konnten das Öl nicht aufhalten

Folgenschwere Fehleinschätzung

Der Ölkonzern BP, der die am 20. April explodierte Bohrinsel betrieb, hatte die Gefahr einer Umweltkatastrophe jedenfalls vollkommen unterschätzt: In einer 52 Seiten umfassenden Risikoanalyse des Unternehmens heißt es, ein Unfall mit ernsten Umweltgefahren sei unwahrscheinlich oder nahezu unmöglich. Obama nahm den Konzern in die Pflicht, für die nun entstehenden Schäden aufzukommen. "BP wird die Rechnung begleichen", betonte der Präsident.

Am Wochenende hatten erste Ausläufer des Ölteppichs die Küste Louisianas erreicht - akut gefährdet sind auch Alabama und Mississippi. Die Küstengewässer und Sumpfgebiete am Golf von Mexiko sind Heimat zahlreicher Tierarten. Auf Ölkatastrophen spezialisierte Helfer und Tierschützer bereiten sich auf einen Großeinsatz vor.


Autor: Christian Walz (apn, rtr, dpa, afp)
Redaktion: Hans Ziegler

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